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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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Verhältnisse zu. Es ist sehr erwünscht, daß die Arbeiten in der Wüste endlich beschlossen werden, da unsere Eristenz von Tag zu Tag un= angenehmer, ja sogar gefährlicher wird.

Die Hize steigt den Tag über bis auf 33 Grad, wodurch sich der Sand bis auf 41 Grad erwärmt und es ist kaum möglich mehrere Minuten auf einem Plaze zu stehen. Aus der Erde, in der, wenn man gräbt, schon auf 3 Tiefe Meerwasser zu treffen ist, dringen in der Nacht feuchte ungesunde Dünste empor, welche die Luft im Zelte ver­pesten. Da die Hize den Tag über so sehr zunimmt, müssen die Arbeiten schon vor 3 Uhr Morgens begonnen werden. Eine Plage mehr sind die Heuschreckenschwärme, welche der Südwind manchmal bringt und die uns die kurze Nachtruhe, die uns vergönnt ist, rauben. Wir er= freuen uns bis jetzt einer befriedigenden Gesundheit, wenn auch unsere Augen etwas angeriffen sind, doch 2 Figuranten erkrankten so plötzlich, daß einer derselben dem Tode nahe war, denn an eine ärztliche Hilfe ist hier garnicht zu denken. Doch alle diese Strapatzen sind für jetzt überstanden und wir fühlen uns neu gestärkt bei dem Gedanken, die uns durch Ew. Hochwohlgeboren gestellte Aufgabe gewiß zur Zu­friedenheit vollkommen gelöst zu haben, der Welt beweisen zu können, daß Ew. Hochwohlgeboren sich nicht täuschten, als Sie uns dieselbe vertrauten. Die Instructionen haben ihre Trefflichkeit bewährt und wurden Punkt für Punkt bis ins geringste Detail befolgt.

Das Cap el Kas bildet das östliche Ende der Bucht von Tineh; wenn man dasselbe umschifft, was nur 1 Stunde 3eit erfordert, kommt man in eine zweite Bucht el machadep genannt, in welcher eine durchschnittliche Meerestiefe von 8 Kifter zu treffen ist, sodaß Schiffe hier einlaufen, bis auf 1 Seemeile zur Küste anfahren können und selbst da noch 6 Kifter Tiefe finden.

Ich werde hierüber noch nähere Forschungen anstellen. Wenn mir nicht während meines Aufenthaltes bei Tineh bestimmte Ver= haltungsbefehle von Ew. Hochwohlgeboren zukommen, so reise ich mit meinen 3 Begleitern nach Beendigung der technischen Arbeiten über Damiette nach Cairo, wo ich Linant Bei die Pläne vorzeige und die nötigen und versprochenen Auskünfte über Material etc. erhalte. Don da gehe ich nach Alexandrien, um mit dem nächsten Dampfer nach Europa zurückzukehren.

Don unseren Arbeiten werde ich weder Mehemed Ali, noch Linant Bei Kopien übergeben, außer Ihr ausdrücklicher Befehl erwartet mich bereits in Alexandrien und ich glaube ohne die geringste Un­