Dokument 
Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
Entstehung
Seite
88
Einzelbild herunterladen

-

88

-

-

werden wird, von dieser Seite auf kräftige Unterstützung hoffen zu dürfen. Schade ist es, besonders in einer Beziehung, daß er nicht unmittelbar oder mittelbar bei dem Comite vertreten ist; die Lebens­frage des Canals ist natürlich der ihm beizulegende cosmopolitische Charakter, damit den Schiffen keiner Nation ein Vorrecht vor anderen eingeräumt werde. Natürlich ist Holland, gleich den verschiedenen Staaten Deutschlands, bei Erhaltung dieser gleichmäßigen Behandlung der Schiffe aller Nationen ganz besonders interessirt und man könnte daher darauf rechnen, daß der Holländische Einfluß stets auf Er­haltung dieser wünschenswerten Unparteilichkeit hinwirken würde.

-

Wie Ihnen bekannt, sind 10 Stellen unserer deutschen Groupe von Korporationen und Mitgliedern übernommen, denen die Ehre, bei Begründung des Suez- Canals mitzuwirken, um keinen Preis feil sein würde; dagegen haben unsere Freunde in Frankreich wegen des ,, embarras du choix" erst 6-7 Mitglieder ernannt und in England hat Robert Stephenson bis jetzt alle Kosten allein bestritten, um sich vorzubehalten, die englische Gruppe später zu bilden. Sollte nun der König schon bei den Vorarbeiten eine direkte oder indirekte pecuniaire Betheiligung wünschen, so bezweifle ich nicht, daß eine desfallsige Anfrage an Enfantin in Paris, oder an Robert Stephenson in London zur Erlangung eines Anteils in einer oder jeder dieser beiden Gruppen führen würde. Wenn es übrigens Sr. Majestät nur darum zu tun ist, stets genaue Kenntniß vom Gange der Sache zu erhalten, so wird sich das ganz natürlich von selbst machen. Dem Vernehmen nach hat sich nämlich Herr Gustav Harkort hier, um das Niederländische General­Consulat in Leipzig beworben; da kein qualificirter Holländer hier lebt und da Herr Harkort, wie Ihnen bekannt, in jeder Hinsicht den wohlbegründetsten Ruf genießt, und in allen commerziellen Fragen besser bewandert ist, als irgend Jemand, so bezweifle ich nicht, daß er die Stelle erhält, wo ihm dann die Verpflichtung obliegen wird, auf dem Dienstwege seiner Regierung die gründlichsten Berichte zu erstatten, und hierzu wird es ihm als Mitglied des Comité nicht an Gelegenheit fehlen, da der Suez- Canal in Leipzig mit besonderer Wärme aufgefaßt worden ist und daher auch in unserm kleinen Sachsen fünf Mitglieder der deutschen Gruppe zusammen gedrängt sind. Herr Harkort hat aber außer dem allgemeinen patriotischen Interesse am Gelingen des Canals noch persönliche Rücksichten, die ihm diese Unternehmung be= sonders wichtig machen, da er in China unter der Leitung eines seiner Söhne und eines Herrn von Carlowitz, welchem dem Vernehmen nach