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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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ebensowenig Zeit finden, zu reisen, als jetzt und vor 8 Monaten. Sie werden froh sein, wenn Sie zurückgekehrt sein werden und Gutachten über die Arbeiten Ihrer eigenen Ingenieure, über die Nivellements der Franzosen und die Pläne und Sondirungen im roten Meere mit­bringen, auch ein Avant projet zu der ganzen Anlage vorlegen werden, dann, sage ich, werden sie froh sein, sich Ihren Arbeiten anschließen zu können und des Zeitverlustes überhoben zu sein, nach Egypten zu reisen.

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Wenn Talabot und Stephenson reisen, so ist die Sache ziemlich ebenso als ob Sie alle drei zugleich gegangen wären wenn T. und S. in Europa bleiben und sich Ihren Arbeiten anschließen, so ist es noch besser. Daß man wünscht, daß Sie alle drei den Plan zum Canal entwerfen möchten, geschieht ja nicht, weil man der Meinung ist, Einer von Ihnen könne die Sache nicht ausführen.- Es zweifelt wohl keiner von uns allen, daß Jeder von Ihnen Dreien allein der Aufgabe technisch gewachsen sei. Aber die Absicht war von Anfange an, ein cosmopolitisches Unternehmen zu begründen und um dieses zu erlangen, durfte auch der große Plan nicht das Werk einer Nation sein, sondern durch die solidarische Verantwortung der ersten Notabilitäten der drei Völker vertreten erscheinen. Ob Sie alle Drei persönlich in Egypten gewesen sind, darauf scheint es mir nicht unbedingt anzukommen und es wäre mir sogar recht, wenn Sie allein dort gewesen wären, die Pläne entwürfen und dieselben dann von den Andern 3weien ange= nommen und mit unterzeichnet würden. Dadurch würde die Stellung unsers Deutschen Groupe gehoben, welcher dadurch, daß der Sitz der Gesellschaft nach Paris verlegt worden, ein wenig in den Schatten gestellt worden ist.

Das Vorherrschen des französischen Elementes hat aber schon in sofern einen ungünstigen Eindruck gemacht, daß sich eine englische Partei in Alexandrien, welche ihre Privat- Interessen durch den Canal für gefährdet hält, bestrebt, die ganze Canal Angelegenheit für ein von Franzosen in feindlicher Absicht gegen England ausgedachtes Project auszugeben.-!

So schade es für Sie sein würde, die Reise allein, statt in Gesell­schaft zu machen, so halte ich es doch für höchst wünschenswert, daß Sie sich dazu entschließen, denn aus den angeführten Gründen würde ich den jetzt vorgeschlagenen Weg für den besten im Interesse des Ganzen halten, wenn er auch nicht jetzt durch die Verhältnisse als der einzige mögliche erscheine!- Ich habe die Ueberzeugung, wenn Sie

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