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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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in demselben auffaßte, vielleicht mit dazu beigetragen haben dürfte, Stephenson aus seinem Gleichmut in Beziehung auf diese hochwichtige Frage heraus zu rütteln. Ihre Frau Gemahlin, die ja so vortrefflich englisch spricht und welcher ich Sie bitte meine Ehrfurcht darzubringen, wird gewiß die Güte haben Ihnen den Brief zu verdeutschen.

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Es ist schade, daß Sie mit Arbeiten so überhäuft sind, daß es nicht möglich für Sie gewesen die Schweizer Bahnen zu projectiren. Sie kennen das Land so gut, daß Ihnen diese Arbeit viel leichter gewesen wäre als Stephenson.

Ich denke wir werden durch Linant oder andere von Enfantins Freunden in Egypten alles Nähere über Stephensons Reise erfahren, er selbst wird nicht viel schreiben, denn er ist wie die mehrsten Eng­länder ein Feind langer Briefe.

Talabot habe ich in Nimes, wo sein Wohnsitz ist, besucht und bereiste mit ihm seine Avignon- Marseiller Bahn; sie ist sehr schön aber für die Kosten auch den teuersten englischen an die Seite zu stellen. Bei Baucaire baut er für die Alais- Nismes- Baucaire Bahn eine sehr schöne Brücke über den Rhone, sie wird eines der größten und schönsten Werke dieser Art in der Welt; der Rhone ist dort sehr breit, sehr reißend und furchtbaren Anschwellungen unterworfen.

Sehr bemerkenswert erschien mir die ungemeine Ausdehnung, welche die Dampfschiffahrt auf dem Rhone gewonnen hat. Hunderte von Dampfschiffen befahren diesen mit Sandbänken und Untiefen angefüllten Fluß, den man früher kaum für Dampfschiffe benutzbar hielt. Ein gewißer Bonardel hat die vorwaltenden Schwierigkeiten hauptsächlich überwunden, um den Tiefgang der Schiffe zu vermindern, hat er immer mehr und mehr an der Länge zugegeben bis zu 100-110 und dem Vernehmen nach jetzt endlich bis zu 130 Métres!

Auch die sogenannten grapin Boote arbeiten mit Erfolg. Auf demselben ist mitten im Boote etwas mehr nach vorn als die Schaufel­räder, das ganze Boot durchbrochen, so, daß ein aus starken, mit Eisen vorgeschuhten Speichen bestehendes Rad, auf welches, wenn das Boot an seichten Stellen auf den Sand gerät, die Dampfmaschine einwirkt, in dieser Oeffnung läuft und den Sand eingreift, wodurch die doppelte Wirkung erlangt wird, daß das Schiff etwas gehoben und auf den Boden fortgeschleppt wird.

Diese Einrichtung, die mir neu war, ist Ihnen vielleicht längst bekannt, in diesem Falle bitte ich um Entschuldigung Sie mit dieser Beschreibung belästigt zu haben.