Dokument 
Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
Entstehung
Seite
136
Einzelbild herunterladen

-

136

-

und durch Herrn Talabots Brigade, auf dem Tracte von Suez bis Pelusium stattfanden, auch von Herrn Robert Stephenson die Er­klärung einging, daß ihm durch seine Verbindungen in England alle ihm zur Ermittlung übertragenen Auskünfte über das Rote meer jederzeit zu Gebote stünden, kam diese ganze Angelegenheit durch die im Jahre 1848 eingetretenen Verhältnisse begreiflicher Weise in Still­stand und mußte auch wenn die Europäischen Verhältnisse diese Störung nicht herbeigeführt hätten, deshalb ruhen, weil der Regierungswechsel in Egypten alle früher eingeleiteten Verhältnisse in Frage stellte.

Neuerlich ist unser mehrgenannter Dufour nicht nur durch Korre­spondenz mit dem Kaiserlichen Rat Herrn Negrelli und Herrn p. Enfantin in Paris, sondern auch durch mündliche Verhandlung mit Herrn R. Stephenson in London bestrebt gewesen, ein neues Leben in die Sache zu bringen und hat zwar bei allen Beteiligten denselben Eifer gefunden, auch dieselbe Ueberzeugung, daß der Suez- Canal, be= sonders seitdem der Canal von Panama angelegt wird, eine Euro= päische Notwendigkeit ist; nämlich ohne den Suez- Canal wird nach Eröffnung des Panama Canals der 3entral- Punkt des Welt­handels von Europa nach Amerika verrückt, der 3entral- punkt des Verkehrs wird von London nach New York übergehen; demohngeachtet ist die politische Eifersucht zwischen den Europäischen Großmächten gerade in der Egyptischen Frage so rege, daß keine gern die Suez Canal Angelegenheit offen in den Vordergrund stellen will, aus furcht Ursache zu aufregenden Fragen zu geben;( de crainte de donner l'allarme à des susceptibilités, qui grâce à Dieu sommeillent dans ce moment; dies die eigenen Worte eines hochgestellten Mannes, den der Unterzeichner dieses Schreibens in London über die Sache zu sprechen die Ehre hatte).

In Oesterreich scheint man diese Befürchtungen am wenigsten zu hegen, daher ist auch Herr p. p. Negrelli am wärmsten für die Sache; in Oesterreich dürfte daher auch mit den besten Aussichten auf Erfolg der Königlich Sächsische Einfluß zu Gunsten des Canals in An­wendung zu bringen sein und die Form, welche die einzige Aussicht auf Erfolg hat, dürfte immerhin diejenige der Privat- Unternehmung bleiben unter dem Schutze der Europäischen Großmächte.

Herr von Bruck war vor Jahren schon als Direktor des Oester= reichischen Lloyd ein warmer Freund des Suez Canals, auch nachdem er das Ministerium verlassen hat, dürfte er auf diesem Felde nicht ohne Einfluß sein.