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dem Greisen- Helden der Naturwissenschaft und Weltkunde Alexander von Humboldt berichten.
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In Beziehung auf Robert Stephenson's Eisenbahn teile ich Ihre Ansicht nicht. Die Eisenbahn wird in diesem Falle wie in allen übrigen, den Canal, wenn er sich als ausführbar erweist, nicht entbehrlich machen. Stephenson hat auch nie geglaubt hinterlistig gegen uns zu handeln, indem er die Eisenbahn zu bauen übernahm. Talabot erklärte sich gegen einen Schiffskanal den kleinen Nil- Canal be= trachtete aber Stephenson als eine halbe Maßregel, deren Ausführung den Anforderungen der Welt nicht genügen könne, somit nahm er an, die Sache sei für jetzt schlafen gegangen. Inzwischen trug man ihm den Bau der Eisenbahn an, dessen Ausführung ihm Ehre und Nugen versprach. Er ist Geschäftsmann und wußte, daß sich im Fall er den Bau ablehnte, in und außer England Techniker zu Duhenden gefunden hätten, welche dieses Werk auszuführen geneigt und fähig gewesen wären. Er fand daher keinen Grund den Antrag abzulehnen.
Uebrigens steht meine Ueberzeugung fest, daß die Eisenbahn erst recht dazu beitragen wird, den Beweis zu führen, wie nötig der Canal ist. Die Eigentümlichkeit aller Eisenbahnen ist eine Zunahme des Derkehres hervorzurufen, welche nur durch die größesten Anstrengungen bewältigt werden kann; oft aber wie z. B. bei den Königl. Bayerschen Eisenbahnen bei unzulänglichen Einrichtungen gar nicht bewältigt werden kann und in Geschäftsbanquerott endet. Wenn die Eisenbahn fertig sein wird, sind nur zwei Fälle denkbar: entweder sie ist gutgebaut und verwaltet, dann wird sie einen so großen Verkehr hervorrufen, daß die Notwendigkeit des Canals recht in die Augen springend wird, oder ist schlecht gebaut und verwaltet, so bewährt sich ihre Unzulänglichkeit und sie wirkt ebenfalls zu unsern Gunsten.
Jetzt betrachte ich als das größeste Uebel, daß in Egypten alle die sich für die Sache unteressiren fast ausschließlich Franzosen sind; zum großen Teil mögen sie auch der Klasse der Aventuriers angehören und es scheint daß in jenem Lande ungeachtet der ,, entente cordiale" der Regierungen und Armeen eine gereizte Stimmung zwischen Engländern und Franzosen fort und fort vorherrscht. Die Canal- Angelegenheit hat dort nicht das Gepräge angenommen, welches wir ihr vom Anfange an zu geben beabsichtigten, nämlich sie erscheint nicht als eine cosmopolitische Unternehmung der größten Völker Europas, sondern als eine ausschließlich französische. Dies ist sehr schlimm, denn es erregt die Eifersucht der Engländer, was sich