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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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schon in vielen den Gegenstand betreffenden Artikeln der Times wahr­nehmen läßt, welche alle als dem Canal mißgünstig erscheinen. Es scheint im englischen Publikum die Befürchtung vorherrschend, Frank­reich wolle durch den Canal in Egypten festen Fuß fassen und sich dann dieses Land aneignen wie es mit Algier der Fall gewesen ist. nun kann aber der Canal nie zur Ausführung kommen, wenn England ihn nicht will.

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Es ist unglücklich, daß die Conceßion auf einen Mann und nicht auf unsere Gesellschaft lautet, allerdings werde ich in dieser Beziehung von Leuten, die den Orient kennen belehrt, daß man dort immer mit einem Individuum verhandeln wolle und einer nach dortigen Begriffen nicht zu faßenden Gesellschaft nie eine Konzeßion erteilt haben würde. Das mag richtig sein, aber immerhin muß ein Mittel gefunden werden das jetzt ausschließlich französische Gepräge der Sache, in ein cosmopolitisches umzugestalten.

Sollte es nicht möglich sein, daß die an Herrn de Lesseps gegebene Konzeßion an die drei Monarchen Königin Victoria, Kaiser Franz Joseph und Napoleon III. gemeinschaftlich abgetreten, von diesen aber unserem, aus den drei Nationen gebildeten Comité oder einer Aus­führungs Compagnie übertragen würde? Diese Idee fließt mir so in die Feder im Augenblick, wo ich mich mit Ihnen unterhalte, ich habe sie weder selbst geprüft noch meinen Freunden mitgeteilt und überlasse es Ihnen zu sehen, ob Sie etwas daraus machen wollen oder können. Warum sollten die Monarchen der ersten Länder der Welt nur zu blutigen Kriegszwecken zusammen wirken können und nicht stolz darauf sein, das schönste Werk des Friedens durch den groß­artigen Einfluß ihrer Namen zu fördern und so ihr Andenken als erhabenste Wohltäter der Menschheit gemeinschaftlich zu verewigen. Herr Baron Baude aus Lyon kenne ich nicht, von Brosset aber weiß ich, daß er nach wie vor ein warmer Anhänger und Fürsprecher des Canals ist.

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Jede Mitteilung, die Sie Herrn von Bruck machen werden, billige ich in Doraus, nur die Furcht seine kostbare 3eit zu viel in Anspruch zu nehmen verhinderte mich, demselben von Allem was vorgeht in direkten Briefen Kenntnis zu geben.

Wäre Herr von Bruck schon vor 3 Jahren Finanz- Minister ge= worden, so bin ich überzeugt das Gleichgewicht der österreichischen Währung wäre längst wieder hergestellt und diese Verhältnisse sind für die oesterreichische Monarchie der einzige unangenehme Nachhall