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Hand in Hand mit den topographischen Arbeiten ging die geologische Erkundung des nordwestlichen Teils von Veutsch-Dstafrika, insonderheit die eingehende Untersuchung und geologische Rartierung des „Weißen Fleckes". Das Zusammenarbeiten mit dem Topographen ermöglichte die Aufnahme eines geologischen Profiles von Bukoba quer durch Raragwe und Uuanda bis Rissenji am Riwu-Lee. Besondere Aufmerksamkeit wurde auf das etwaige vorkommen nutzbarer Mineralien verwandt. Die nach dieser Richtung hin angestellten Untersuchungen führten zur Auffindung von Lisenerzgängen in den (Huarziten. Ferner konnte ein wertvolles Beobachtungsmaterial über die Entstehung und Verbreitung der bisher fälschlich als Uaseneisenerze bezeichneten eisenschüssigen Konglomerate gewonnen werden. Bereits Bornhardt hatte in seinem grundlegenden Werke über die Dberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Gstafrikas darauf hingewiesen, daß diese im ganzen tropischen Afrika häufig vorkommende Gesteinsart keineswegs mit unseren Rasen- eisenerzen identisch ist, brachte indessen ihre Entstehung irrtümlicherweise mit dem Grundwasser in Verbindung. Weitere Ltudien waren den tropischen Verwitterungsformen gewidmet, ferner den heißen Quellen von Mtagata in Raragwe, sowie von Irungatscho und Maji ja moto im zentralafrikanischen Graben. Letztere Untersuchungen leiten bereits zu Rirschsteins mehr als halbjährigen Tätigkeit im Vulkan- und Leengebiet über, deren Ergebnis die vollständige geologische Erforschung der virunga-vulkane nördlich vom Riwu-Lee hinsichtlich ihres Baues, der Eruptionsfolge ihrer Magmen, ihres Untergrundes und ihrer Beziehungen zur Tektonik ist. Die Untersuchungen über den früheren Wasserstand und die Ausdehnung des Riwu- und des Albert Lduard-Lees, insonderheit über die Entstehung dieser beiden zentralafrikanischen Leen und über ihre Beziehungen zueinander, führten endlich zu dem auf geologische und paläontologische Befunde gestützten Ergebnis, daß der Riwu- und der Albert Eduard-Lee vor der Entstehung der Vulkane ein zusammenhängendes Wasserbecken gebildet haben, das nordwärts etwa 45 Km über das heutige Nordufer des Albert Lduard-Lees hinausgereicht hat. Nicht ein schmaler Ranal (etwa der Rutschuru-Fluß) bildete einst die Verbindung zwischen den beiden Leen, sondern ein einziger großer Lee hat die Lohle der gewaltigen tektonischen Lenke ausgefüllt. — Ls wurden im ganzen 28 Lasten Gesteine gesammelt. Davon entfallen allein l7 Lasten auf das Vulkangebiet,- 5 Lasten kommen auf die Gesteine des nordwestlichen Teils von Deutsch-Gstafrika (Westufer des Viktoria-Lees, Raragwe,