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und Tiere stellte. Beim Morgengrauen des 15. Dezember 1904 wollte ich vor Koes sein, d. h. in 2^/2 Tagen 23 deutsche Meilen zurücklegen.
Drei Reitstunden waren wir in der Nacht zum 15. noch von unserem Ziel entfernt, da meldeten mir meine beiden Hauptleute, daß die Truppe vor Erschöpfung nicht mehr vorwärts könne. Was tun? Menschliche Rücksichten mußten vor dem Zweck des Krieges zurückstehen, und so erklärte ich, „was liegen bleibt, bleibt liegen, und wenn ich nur mit 30 Reitern der Kompagnie und einem Geschütz an die Werft komme, aber heran will ich". Und es ging! Wenn auch einige Menschen und Pferde liegen blieben, so war ich doch mit fast der ganzen Kompagnie und den drei Geschützen gegen 5 Uhr eine halbe Stunde vor Koes.
Fieberhafte Spannung auf allen Gesichtern, überall die stumme Frage: Wird uns die Überraschung glücken? Und sie glückte. Freudestrahlend galoppierte der Führer der Spitze, Leutnant von Rheinbaben, auf mich los und meldete, daß in der Höhe Vieh weide. Dies, sein Hauptgut, läßt der Hottentotte bei etwaiger Flucht nicht im Stich, mithin war er da, und wenn er vyn unserem Anmarsch gewußt, hätte er seine Herden abseits in Sicherheit gebracht.
Wie ein elektrischer Schlag ging es durch alle. Die müden Reiter richteten sich auf, die abgetriebenen Pferde und Maultiere trabten plötzlich munter vorwärts. Vorausgeschickt sei, daß die Kompagnie später, um die ihr von mir gestellte Aufgabe zu erfüllen, einen halbstündigen Dauertrab leistete. Bald sausten unsere ersten Schrapnells in die Werft. Wie aus einem Bienenstock schwärmten die Bewohner aus. Seitwärts vor uns, Koes beherrschend, liegt eine ungefähr 80 Meter hohe Sanddüne, das ist der gegebene Platz für meine Geschütze, aber wie hinauf? Es mußte gehen, und es ging; 20 Maultiere vor jedes Geschütz, Offiziere und
Keetumnnshoov.