Einleitung
Ein kurzer Rückblick auf die historische Vergangenheit, auf die geographische Lage und die Ethnographie unseres Westafrikanischen Schutzgebietes soll dem Leser, auch dem Nichtsoldaten, Gelegenheit zum leichteren Verständnisse der Mitteilungen bieten, die, von den Mitkämpfern unmittelbar herrührend, in dem vorliegenden Werke zusammengestellt wurden.
Das Land, das durch das Blut, durch den Mut „unserer Reiter" dem Deutschen Reiche nun auf alle Zeiten angehört,
Deutsch-Südwestafrika,
i 48 s wurde zwar schon im Jahre 1485 von den Portugiesen Bartholomäus Diaz und Diego Cäo entdeckt und betreten. Eine Marmorsäule, die von den Felsklippen des Kap Croß — nordwestlich von Swakopmund — auf den sturmbewegten Atlantischen Ozean hinausblickte, verkündete isss in einer Inschrift durch vier Jahrhunderte diese Tatsache — bis 1893 sie auf des Kaisers Befehl nach Berlin übergeführt und durch eine neue ersetzt wurde. Aber Jahrhunderte sollten dahingehen, bis der Landstrich, der sich vorn Kuneneflusse bis zum Oranjeströme erstreckt und der jetzt das deutsche Schutzgebiet im Südwesten Afrikas bildet, — bis dieses weite Land von Europäern aufgesucht wurde, während das benachbarte Kapland längst der Zivilisation und Kultur zugeführt war.
Und wer die
geographischen Verhältnisse
des heutigen deutschen Südwestafrika betrachtet, der wird verstehen, daß nicht schon früher von den Kulturstaaten der Besitz eines so gesunden, teilweise fruchtbaren Landes ergriffen wurde.
Eine viele Tagcmärsche breite, unfruchtbare und Wasserlose Sandwüste — die Namib — legt sich zwischen den fast Hafenlosen Ozean und das nach dieser Seite oft in Terrassen schroff abfallende Gebirge, das, von Norden nach Süden ziehend, das Land beherrscht, welches sich nach Osten allmählich in zwar fruchtbaren aber wafferlosen Steppen — Kalahari — abflacht. Dieser Unzugänglichkeit mag es zuzuschreiben sein, daß gerade dieser, an sich für Europäer günstige Landstrich Afrikas uns — den Deutschen — übrig blieb, während fast alle seefahrenden Nationen weit früher die übrigen Küsten des Weltteiles unter ihre Botmäßigkeit brachten.
Wie das Land aussieht, das nun deutsch ist, das werden uns „unsere Reiter" in Wort und Bild zeigen. Auch werden sie uns sagen, welcher Art die Völker sind, die es bewohnen. Aber nicht immer waren es die dunkelbraunen, hochgewachsenen und herrischen Hereros, die gelben, kleinen, aber kriegerisch gewandten Hottentotten, die dies Land bewohnten und beherrschten.
Die Urbewohner
dieser ungeheuren Oasen zwischen den Wüsten waren die kleinen friedlichen Buschmänner und die Bergdamaras, die, unstet nomadisierend, mit ihrem spärlichen Vieh, Jagd treibend, indem