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Die Forstwirthschaft : (Gruppe II, Section 3) ; Bericht / von Johann Newald
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Forstwirthschaft.

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Eine Reihe von Werkzeugen und Geräthen, wie fie zur Fällung, zum foge­nannten Rauh- und Feinbefchlagen der Stämme, zum Abfeilen von Langhölzern auf Bergabhängen u. f. w. in Verwendung ftehen, waren ausgelegt. Die eigent­lichen Holzhauer- Werkzeuge und Geräthe hatte der Schmiedemeifter Kaltenbach angefertigt und zeichneten fich diefelben durch ein gutes Material und folide Arbeit aus.

Im badifchen Schwarzwalde betrachtet man die Periode von Mitte März bis Mitte Mai als die befte Fällungszeit. Unzweifelhaft trocknet das in diefem Termine gefällte Material rafch aus, ein Umftand, der auch den eigentlichen Winterfällungen zugute kommt und jedenfalls in Folge Gewichtsverminderung des Holzes von wefentlicher Bedeutung ift, es möge der Transport nun fchon zu Lande oder im Wege der Flöfserei ftattfinden.

Auf dafs eine möglichft vollständige Austrocknung ftattfinden kann, bleibt im badifchen Schwarzwalde das zugerichtete Stammholz bis Ende September im Walde, beziehungsweife in den Schlägen liegen. Erft dann beginnt die Zulieferung an die Leitwege und Riefen, das fogenannte Räumen.

Leitwege find fchmale, in zwei Meter Entfernung mit gefchälten tannenen oder buchenen Halbkloben oder Spältern belegte Wege, auf denen Langhölzer gefchleift, Brennhölzer jedoch mittelft Schlitten abgeliefert werden. Die durch Modelle dargestellte Conftruction von Holzriefen zeigt von der in den Alpen­ländern üblichen Einrichtung diefer wichtigen Transportanftalten nur geringe Abweichung.

Was die zum Flöfsereibetriebe gehörigen Geräthe und Bauherftellungen anbelangt, nahmen zwei Modelle von kleinen Klaufen, im Schwarzwalde Flofs­weiher genannt, unfere Aufmerksamkeit in Anfpruch. Das eine Modell repräfen­tirte eine Holzconftruction des Klaufen- oder Weiherdammes, das zweite einen Steinbau. Für die erftere Form dürfte fich das oben erwähnte Stöger'fche Strebe­fyftem, wie es an der k. k. Neuberger Steinalpel- Klaufe in Anwendung gebracht wurde, befonders eignen, und zwar umfomehr, da diefe fogenannten Flofsweiher ihrem Umfange und der Schwierigkeit ihrer Herftellung nach den in den Alpen­ländern vorkommenden Klausbauten wefentlich nachftehen.

Der Flöfsereibetrieb im badifchen Schwarzwalde, auf der Wolfach und Kinzig, von Rippoldsau bis Kehl, ift ganz jener Vorgang, wie wir ihn oben bei der von der öfterreichifchen Actien- Gefellfchaft für Forftinduftrie zu Waidho­fen, auf der Ybbs eingeführten Geftörflöfserei in der verbohrten Wiede" erwähnt haben.

Die einzelnen Schwarzwald- Flöfse werden ganz in derfelben Form zufam­mengeftellt und abgebunden, wie auf der Ybbs; ebenfo ift der Flöfsereibetrieb felbft an beiden Orten völlig übereinftimmend.

In der Collectiv- Ausftellung von Elfafs Lothringen, welche durch den Brand des Elfäfser Bauernhaufes zu Grunde ging, befand fich eine Reihe von Holz­hauer- Werkzeugen und eine Anzahl von Modellen für verfchieden conftruirte Laft­wagen und Schlitten, das Modell eines Canalfchiffes für Brennholz- Transport, eines Langholz- Flofses für Canal- und Rheinflöfserei, eines Canalflofses für Eichenftamm­holz, eines Bretterflofses für Gebirgsflöfserei und endlich das Modell eines Rhein- Nachens.

Bei der Anlage von Holz- Transportanftalten und Einrichtungen fällt unver­kennbar dem Koftenpunkte eine hervorragende Rolle zu. Die mit dem Waffer­transport verbundenen mäfsigen Auslagen dürften dem Trift- und Flöfsereibetriebe noch für eine lange Zeit eine befondere Bedeutung fichern. Um den Landtrans­port des Holzes auf eine thunlichft billige Weife zu vermitteln, wendet man der Anlage und dem Ausbaue eines entſprechenden Wegenetzes die gröfste Aufmerk­famkeit zu, oder man entfchliefst fich zur Herftellung von Holzbahnen, wie eine folche auf dem Befitze der Waidhofener Forftinduftrie- Gefellfchaft im Betriebe fteht; und in der Forftausftellung der ungarifchen Länder durch das königliche