Dokument 
Die Forstwirthschaft : (Gruppe II, Section 3) ; Bericht / von Johann Newald
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen

58

Johann Newald.

kann, und zwar umfomehr, wenn erwogen wird, dafs diefe Forfte ein Ausmafs von 148.112 Joch= 85.220 Hektaren befitzen, theilweife unter höchft ungünftigen Terrain und Standortsverhältniffen vorkommen, und überdiefs mit Waldfervituten erheblich belaftet find, da dermalen noch 4810 zum Holzbezuge, 1715 zur foge. nannten Heimweide, 1123 zur Alpenweide und 2712 zum Streubezuge berechtigte Realitäten beftehen..

Die Ausnutzung der hiebreifen Beftände erfolgt überwiegend durch den Kahlhieb, da die Windbruchgefahr, der die herrfchende Holzart, die Fichte, der Standortsverhältnifie wegen unterworfen ift, einerfeits, anderfeits die Anforderung der möglichften Oekonomie in den ohnediefs fehr hohen Fällungs- und Bringungs­auslagen eine andere Wahl nicht zuläfst.

Die plänterweife Ausnutzung findet ftatt in den Servitutswaldungen und näheren Waldbeftänden dort, wo den Holzbezugberechtigten ihre Jahresgebüh ren am Stocke vereinzelt zur Selbftaufarbeitung angewiefen werden müffen.

Die in Rede ftehende Syftemifirung der k. k. Staatsforfte im Salzkammer­Gute, ift auf Grundlage eines combinirten Flächen- und Maffenfachwerkes durch­geführt.

Im Pavillon des k. k. Ackerbauminifteriums war noch für verfchiedene Holzarten eine Anzahl von Ertragstafeln, Berechnungen und Darſtellungen des Zuwachsganges an einzelnen Stämmen und in ganzen Beftänden ausgelegt, deren Erörterung hier jedoch zu weit führen würde.

Aus der Collectivausftellung der fteiermärkifchen Waldproducte haben wir einer vom Herrn Forftmeifter Henfchl zu Wildalpe combinirten und von der Actiengeſellſchaft der Innerberger Hauptgewerkfchaft ausgeftellten Anzahl von Zuwachsermittlungen für eine Reihe der vorzüglichften Baumarten zu geden­ken, welche aus Stammabfchnitten in Lamellenform zufammengefetzt waren.

Es erfchienen je zwei Stämme derfelben Holzart und von gleichem Durch­meffer, welche unter entgegengefetzten Wachsthums- und Bodenverhältniffen erwachfen waren, gegenübergeftellt. Graphifche Darftellungen und Zuwachs tabellen ergänzten in überfichtlicher Weife die aus den Stammabfchnitten gebil­deten Zuwachsproben.

Die forftliche Collectivausftellung Krains brachte ebenfalls eine Reihe von Zuwachsunterfuchungen, aus denen namentlich ihrer Seltenheit wegen die Ergeb­niffe des Kaftanien- Niederwaldbetriebes auf der gräflich Guftav Auersperg'fchen Herrfchaft Mokritz von hohem Intereffe waren.

Von dem Joche eines entſprechend auf die Wurzel gefetzten Kaftanien. waldes werden im fünfjährigen Umtriebe( auf Rebenftöcke) erzielt:

4000 bis 6000, bis 8000 Lohden à o'i Kubikfufs; daher

400 bis 600, bis 800 Kubikfufs Abtriebsertrag, fomit 80 bis 120, bis 160 Kubikfufs Zuwachs per Jahr.

Wendeten wir uns nunmehr der öftlichen Culturhalle zu, fo trafen wir in der von der k. k. Wiener Landwirthfchafts- Gefellfchaft veranlafsten Collectivausftellung von Niederöfterreich Elaborate über Forftbetriebs- Einrich­tungen und Ertragsberechnungen, welche die freiherrlich von Sina'fche Forft­direction ausgeftellt hatte.

Wir würden nur Bekanntes mittheilen, wenn wir neuerdings von der Gediegenheit Erwähnung machen wollten, mit welcher von derfelben das Forft­Syftemifirungswefen gepflegt und entwickelt wird.

Als die erfte Aufgabe betrachtet die Forftverwaltung das Streben, in mög lichfter Kürze und mit den geringften Opfern den normalen Waldzuftand herzu­ftellen, aus welchem jährlich nachhaltig der höchft mögliche Haubarkeitsertrag gewonnen werden kann, um durch eine induftriöfe Verwerthung desfelben die nachhaltige gröfste Geldrente zu erzielen.

Zur Realifirung diefer Aufgabe wählt diefelbe ein Verfahren, welches den Beweis der angeftrebten Nachhaltigkeit unzweifelhaft liefert, dennoch aber,