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Der Gartenbau : (Gruppe II, Section 5) ; Bericht / von Eduard Fenzl
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Dr. Eduard Fenzl.

dsign Die beiden genannten Collectivausftellungen wetteiferten mitfammen an Mannigfaltigkeit und Schönheit der ausgeftellten Gegenftände und erwarben fich die unbedingtefte Anerkennung aller Fachleute. Namentlich war es die B am­berger Gefellſchaft, welche durch die grofse Mannigfaltigkeit der Sorten den Sieg über alle anderen errang. Von den 290 verzeichneten Nummern entfielen 21 auf Möhren, 16 auf Salate und Rüben, 6 auf diverfe Wurzelgewächfe, 23 auf Kohlforten, 41 auf Zwiebeln, 104 auf Bohnen und 40 auf Erbfen. An Bohnenforten übertraf fie felbft das grofse Frankfurter Sortiment auf der dritten Ausftellung.

Aehnlich verhielt es fich mit der Hamburger Collectivausftellung, nur war fie an Sorten numerifch fchwächer, ftand aber qualitativ in ihren Producten der erften nicht nach. Beide Sammlungen im Zufammenhalt mit der aus Frank furt bewiefen auf das Unwiderleglichfte den Vortheil folcher Collectivausftel­lungen und fordern im Intereffe der Gefellfchaften dringend zur Nachahmung bei derartigen Gelegenheiten heraus. Eine fehr günftige Beurtheilung erfuhren noch die von den Herren Knopf, Riedel und Batz ausgeftellten Sortimente von Kartoffeln. Jede derfelben enthielt eine Menge noch wenig verbreiteter feiner Speifeforten, die des Herrn Riedel wohl das gröfste der in Schlefien zu Maffen­cultur verwendeten.

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Obft. Von Ausftellern diefer Kategorie fanden fich im Ganzen 22, fomit um 3 mehr als auf der dritten ein. Von diefen entfielen 17 auf das In- und 4 auf das Ausland, von welchen Deutfchland, Frankreich, Italien und Rufsland durch je einen Ausfteller vertreten waren.

Die Ausstellung felbft, wenn gleich qualitativ eine ganz vorzügliche, litt quantitativ fowohl der Menge an Ausftellern als der der ausgeftellten Gegenstände nach unter der dem Einfluffe zweier fchwer ins Gewicht fallender Umftände: des allgemeinen Mifsrathens des Obftes in ganz Mitteleuropa in Folge des andauern­den Unwetters und der Kälte zur Zeit der Blüthe der Obftbäume und der 10 Tage fpäter nachfolgenden für Obft beftimmten Hauptausftellung. Sie konnte daher nur als eine Vorausftellung der letzteren angefehen werden und nur Früchte des Spät­fommers enthalten, wie folche zumeift nur der Gärtner, nicht aber der Landwirth zu ziehen pflegt.

Die reichften und fchönften Sortimente diefer Art lieferten der landwirth­fchaftliche und Gartenbau- Verein in Bozen, die Società agraria di Rovereto und das Confortio agrario in Trient. Das erftere mit vielem Gefchmack ausgeftellte Sortiment enthielt nicht weniger als 69 Aepfel- und IIO Birnenforten aus 13 verfchiedenen Gruppen jeder diefer Obftforten; 36 weifse und rothe Tafeltrauben der ausgefuchteften Art, fo wie 19 weifse und 35 rothe Sorten zur Weingewinnung verwendbarer Wirthfchaftstrauben; 15 Citrusarten, verfchiedenes Stein obft, Quitten und Feigen, endlich 24 Sorten Melonen und diverfe Kürbiffe.

Das Rovere danerSortiment wies unter feinen 169 Nummern 27 Birnen-, 16 Aepfel-, 19 Pfirfich- und 48 Traubenforten auf, während fich in dem Refte Beerenobft und Südfrüchte aller Art theilten.

Sie beide in jeder Hinsicht weit überragend erwies fich die vom Herrn Infpector Chr. Frank beforgte Ausftellung des Confortio agrario in Trient. Sie repräfentirte am vollſtändigften den Reichthum Südtirols an edlen Obft- und Traubenforten. Man begegnete in derfelben 150 Birnen- und 80 Aepfelforten, 200 folcher von Trauben aller Art, 10 von Pfirfichen und einer hübfchen Partie von Melonen. Mit Ausnahme der Demouilles'fchen Sammlung aus Touloufe vermochte keine fich mit ihr zu meffen.

Eine vierte, fehr ansprechende, aber lange nicht fo bedeutende Sammlung von Obftforten aus Südtirol, wie die beiden erfteren fandte Herr Schlecht­leitner aus Bozen ein. Aus Oberösterreich ftellten die beiden mehrfach erwähnten Herren Stiftsgärtner Kien aft aus St. Florian und Runkel aus