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Der Gartenbau : (Gruppe II, Section 5) ; Bericht / von Eduard Fenzl
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Der Gartenbau.

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Kremsmünfter, fowie der Handelsgärtner Aug. Keindl aus Braunau fehr verdienftliche Sortimente von Kern und Steinobft aus. Erfterer hatte aufser einer Partie fchön gezogener, mit Früchten beladener Topf- Obftbäumchen, 19 Birnen-, 102 Aepfel- und 6 Pflaumenforten, noch Pfirfiche, Trauben und Melonen in tadel lofen und zahlreichen Exemplaren ausgeftellt; der zweite 113 Aepfel-, 51 Birnen-, 19 Pflaumen- und 13 Pfirfichforten. Letztere Sammlung zeichnete fich noch ganz befonders durch correct wiffenfchaftliche Bezeichnung der Sorten und die den einzelnen beigegebenen belehrenden Bemerkungen über deren Cultur fehr vor­theilhaft aus.

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Nachftehend diefen beiden fchönen Sammlungen nur der Quantität, nicht aber der Qualität der Früchte nach, erwies fich die des Herrn Keindl, welche 40 Aepfel-, 20 Birnen- und ebenfo viele Pflaumenforten aufwies.

Eine nicht unanfehnliche Sammlung von Aepfeln, Birnen, Granatäpfeln und Melonen hatte Herr Fr. Maron in Trieft ausgeftellt.

Aus Niederöfterreich ftellten Herr Bachraty fruchtbeladene, in Töpfen verpflanzte Reben und Herr Hooibrenk einen nach feiner Methode behandelten riefigen, mit mehr als 100 fchönen Trauben befetzten Rebenftock der Chaffelas Fontainebleau aus, der vielfach bewundert wurde; Herr Julius Kellermann, Stiftsgärtner im Klofter Zwettl, endlich reichlich Früchte tragende Zwergbäumchen von Citrus Limonium, welche er durch gelunge­nes Auffetzen von Fruchtzweigen auf paffende Mutterftämme erzielte.

Aus Ungarn lieferte der gräflich Emerich Hunyady'fche Gärtner Herr Pesca in Keszthely ein Sortiment Obft, unter welchem fich mehrere neue, aus Samen gezogene Aepfelforten befanden. Aus demfelben Kronlande ftellten noch die Herren Janaufchek in Banat- Komlos, Jofef Czokas in Pufsta Balloszeg, Novatarski und Held in Fünfkirchen, fowie Herr Ober­gartner E. Hejkal in Papa fehr preiswürdige Sortimente von Tafeltrauben aus. Aus Deutfchland befchickte Herr A. Galle aus Oberglauche bei Trebnitz in Schlefien die Ausftellung mit einem von Sachverständigen fehr günftig beurtheilten Sortiment von 115 Aepfel- und 89 Birnenforten; Herr Demouilles aus Touloufe in Frankreich diefelbe mit einer der vorzüg­lichften und bewundertften Sammlung von feinen Obftforten. Sie dürfte wohl das Meifte und Vorzüglichfte, was in diefem Theile Frankreichs an Obftforten erzeugt wird, enthalten haben. Sie zählte nicht weniger als 169 Sorten der vorzüglichften Birnen, 66 von Aepfeln, 136 Trauben und 28 Pfirfichforten, aufserdem enthielt fie noch eine grofse Menge von Pflaumen, Quitten- und Granatäpfeln, Wall- und Hafelnüffen, Mandeln und Feigen. Sie überbot an Mannigfaltigkeit von Obft­forten jedenfalls noch die des Herrn Frank aus Trient und bildete mit diefer den Glanzpunkt der Ausftellung für den Fachmann.

Ein fehr hübfches, aber hinter den Ausftellern von Obft aus Südtirol bleibendes Sortiment fendeten die Herren Cavaliere Dr. Scipione Zorzi und Francesco Moftarda aus Verona ein; aus Rufsland endlich Herr Handelsgärtner H. Gögginger in Riga in Weingeift aufbewahrte Johannis­beeren mit birnenförmigen Früchten, welche demfelben aus Samen gefallen waren und noch gar nicht in Handel gefetzt wurden. waren und noch gar nicht

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Die fünfte und letzte vom 3. bis 15. October 1873 währende

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Ausstellung.

Den Beftimmungen des von der Generaldirection der Weltausftellung aus­gegebenen Programmes nach follte fie eine vom Gartenbau im engeren Sinne unabhängige, eigene, nur für Obft und Trauben beftimmte landwirthschaftliche Ausftellung bilden. Viel fpäter, nachdem die Gartenbau- Gefellſchaft ihr Programm 3* 100 to don