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Dr. Wilh. Fried. Gintl.
Dagegen hatte China auch noch Proben einer Stärke aus grünen Bohnen aufzuweifen, die guter Weizenftärke dem Anfehen nach fehr ähnlich fchien. Nach den uns gemachten Mittheilungen foll diefe Stärkeforte in China in erheblichen Mengen producirt werden.
Albumin und Cafeïn.
Die umfaffenden Fortfchritte und Neuerungen, welche fich auf dem Gebiete der Zeugdruckerei in den letzten zwanzig Jahren ergeben haben, gaben den Impuls zur Entwicklung jener Induftrie, welche fich die Aufgabe fetzt, den für die Zwecke der beftimmten Gewerbe erforderlichen Bedarf an Eiweifsftoffen in einer Form darzuftellen, welche die Einführung und den Verfandt diefer fo wichtig gewordenen Hilfsftoffe als eigentlichen Handelsartikel möglich macht und fo nicht nur die Unabhängigkeit des Confumenten von dem Mafse der Ergiebigkeit localer Quellen für die Deckung des jeweiligen Bedarfes herbeigeführt, fondern auch all die Unannehmlichkeiten befeitiget hat, denen der Confument gröfserer Maffen von folchen thierifchen Eiweifskörpern, bei der leichten Zerfetzbarkeit derfelben im frifchen Zuſtande, ftets ausgefetzt war. Die Albuminfabrikation ift demnach ein verhältnifsmäfsig fehr junger Induftriezweig, der, wenn wir nicht irren, ursprünglich in Frankreich aufgenommen, alsbald weitere Verbreitung gefunden hat und heute in faft allen civilifirten Ländern in ziemlichem Umfange betrieben wird.
Das Rohmateriale für die Albuminfabrikation bilden einerfeits Eier( vornehmlich Hühnereier), andererfeits der frifche Blutabfall der Schlächtereien, und zwar wird diefsfalls das Hauptcontingent von dem Rinderblute gebildet, während Schweineblut, Hammel- und Lammblut in, wie begreiflich, geringerem Mafse zur Verwendung kommen.
In Bezug auf die Heranziehung des Blutabfalles der Schlächtereien zur Albuminfabrikation bedeutet diefer Induftriezweig in einem gewiffen Sinne auch eine Abfallverwerthung, deren Werth nicht unterfchätzt werden möchte, wenn man bedenkt, welche Maffen von Thierblut, die andernfalls unbenützt verloren gegeben würden, auf diefem Wege einer rationellen Verwendung zugeführt werden, abgefehen davon, dafs durch die Einführung einer forgfältigen Auffammlung des Blutes ein fanitärer Vortheil erreicht wird, der darin begründet ift, dafs durch die Samm lung und Verarbeitung des Blutes auf Albumin die fanitären Uebelftände, welche der Betrieb gröfserer Schlachthäufer unleugbar im Gefolge hat, entfchieden verringert erfcheinen. Die Fabrikationsmethode, die ja bekanntlich nur darauf ausgeht, das von dem Eigelb forgfam gefonderte Weifs der Eier nach erfolgter Klärung zur Trocknung zu bringen, oder, wo es die Erzeugung von Blutalbumin gilt, die Gewinnung eines möglichft klaren und fchwach gefärbten Serums bezweckt, das im Weiteren gleich dem Eieralbumin zur Trockenheit gebracht wird, ift heute allenthalben noch diefelbe, wie fie bereits im Jahre 1865 von Hirzel befchrieben wurde, und hat die von Kuhnheim in Anregung gebrachte Methode der Serumgewinnung durch Schlagen des Blutes und Centrifugiren der coagulirten Maffen unferes Wiffens nirgends Eingang gefunden, ebenfowenig wie fein Vorfchlag, die Trocknung durch Verdampfen im Vacuum zu befchleunigen, fich in der Praxis eingebürgert hat.
Ueberall gewinnt man ein für beffere Sorten Blutalbumin brauchbares Serum durch freiwilliges Abträufelnlaffen des durch ungeftörte Coagulation des Blutes erhaltenen Blutkuchens, der behufs möglichfter Ausbeutung meift gefchnitten wird. Es hat die Erfahrung gelehrt, dafs alle Mittel, welche bisher angewendet wurden, die Serumsausbeuten durch Kunftgriffe, wie Preffen, Abnutfchen oder gar Centrifugiren des Blutkuchens zu erhöhen, ein für Prima- oder felbft SecundaAlbumin völlig unbrauchbares Serum liefern, da die Menge des fich dem Serum beimengenden Blutfarbftoffes auf folchem Wege wefentlich gefteigert wird. Das Trocknen des Eiweifses oder des Serums gefchieht, wie diefs wohl urfprünglich