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Zucker, Apparate und Einrichtungs-Gegenstände für Zuckerfabriken : (Gruppe IV, Section 2) ; Bericht / von Josef Hanamann
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Dr. Josef Hanamann.

und F. Harris von Kaiwiki erftes, zweites und drittes Product, von denen das zweite fehr braun, das dritte dunkelrothbraun und mehlig ausfah und einen ftarken Melaffen- Beigefchmack zeigte, ausgeftellt.

Sämmtliche Ausfteller exportiren vorzüglich nach St. Francisko in Nordamerika.

China.

Die Zuckerinduftrie diefes Landes fcheint auf einer fehr niedrigen Stufe zu ftehen. Die fchönften Mufter ftammten noch von der Infel Formosa, es lagen da weifse, mehlige, braune, klebrige, feuchte Zucker, dann von W. Taylor. in Taiwanfo o fehr mittelmäfsiger, unanfehnlicher, pfefferkuchenartiger Thoa­Soa Zucker, und von Herrn E. Faber, aus der Provinz Kvantung, ( Südchina) graugelber und weifser, mehliger Zucker, dann faure, dunkelbraune Syrupe vor.

Im Handelspavillon war roher oftindifcher und mehliger Zucker, Moscovade, fogenannte Cossipore, roher egyptifcher Zucker in unregelmäfsigen Stücken von dunkelbrauner Farbe, egyptifche rohe Moscovade, brauner Zucker von pikantem Beigefchmack, dann roher, mehliger, fchmutzigweifser Rohrzucker von Havanna, centrifugirter egyptifcher Farin, grauer und grofskörniger fogenannter Granitzucker zu finden.

Stärkezucker. Traubenzucker.

Die Fabrication des Blockzuckers hat in den letzten Jahren fehr an Ausdehnung gewonnen, fo dafs es jetzt Fabriken gibt, welche aufser dem Stärke­fyrup auch noch bis 10.000 Centner Zucker jährlich als fogenannten Kiftenzucker darftellen. Diefe Fabrication wird nach zwei verfchiedenen Arten, der alten und neuen, betrieben und zum Verdampfen der füfsen Flüffigkeit ftatt kupferner Vacuumapparate, neuefter Zeit Robert'fche Verdampfapparate angewendet, welche billiger find und den Zweck vollkommen erfüllen.

Auf einer hohen Stufe fteht in diefem Fabricationszweige die Actien­Zuckerfabrik G. Köhlmann& Comp. in Frankfurt an der Oder, die befonders fchöne Producte, in Form hoher, bis einen Meter meffender, fchmaler Prismen, fogenannte Braunzucker, pyramidenförmig übereinander geftellt hatte. Der Zucker zeichnete fich durch Weifse und Reinheit aus. Gerafpelter Stärkezucker und verfchiedene helle und dunkel gefärbte Zuckerfyrupe in fchmalen, fehr hohen Cylindergläfern, Capillairfyrupe dienten zur Vervollſtändigung der Sammlung. Der Stärkezucker der Gebrüder Beft in Ofthofen bei Worms bildete etwas gelbliche Tafeln und kleinere Krümmeln, der von der Brandenburger Syrup­und Stärkezucker- Fabrik ausgeftellte Stärkezucker in Gläfern, weifse fchöne Stücke und die Syrupe eine blafsgelbliche, reine, dicke Flüffigkeit. Aus Süd­deutfchland waren von den Gebrüdern Bender in Mannheim kleine, drei­pfündige Zuckerhüte von Stärkezucker, weifser Kiftenzucker und gelbliche Syrupe ausgeftellt, von Logelbach bei Colmar( Elfafs) weifse Säulen und Syrupe von fchönem Traubenzucker eingefendet worden. Jahnl in Namest bei Brünn brachte hübfche Stärkezucker- Tafeln von fehr fchwach bitterlichem Beigefchmack und Scholten in Tarnov aus Galizien farblofen, aber etwas getrübten Stärke­fyrup, gelbliche Dextrine und Kartoffelzucker in Gläfern zur Ausftellung.