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Die Thonwaaren-Industrie (Gruppe IX, Section 2) : Bericht / von Emil Teirich
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Die Thonwaaren- Induſtrie.

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ordinäres, zum Gebrauche des Landvolkes beftimmtes Töpfergefchirr, aber ohne irgend ein Intereffe für folche rohe Erzeugniffe abgewinnen zu können.

Eine fehr modernifirte Paliffywaare, bei der in der Farbengebung wenig. ftens der Naturalismus des alten Genres noch weit übertroffen wird, erzeugt die Societé induftrielle et artiftique de Monaco.

Neben einer Reihe der heterogenften Induftrien, wie der Parfumedeftillation, der Marmorimitation und Holzintarfiatur, betreibt die Gefellſchaft auch die Erzeu­gung der genannten Thonwaare, ohne dafs ein eigentlich praktifcher Gebrauch diefer Paliffygefäfse denkbar wäre. Meift find es Vafen, Fruchtfchalen und Nippes, ganz bedeckt mit Blumen und Blättern, die im zarten Hochrelief modellirt und mit fehr brillanten Emailfarben bei ganz niederer Temperatur decorirt find. Ja einige Farben, wie beispielsweife gewiffe Roth fchienen geradezu nur Lackfarben zu fein, die auf kaltem Wege aufgetragen werden, nachdem gewiffe andere Nuancen durch Aufbrennen fixirt find.

Die ganze Fabrication, wenn man die relativ unbedeutende Erzeugung alfo benennen darf, gefchieht von freier Hand und ift zumeift Frauenarbeit.

Ein Herr Fifcher und deffen Frau leiten diefen Zweig der gefellſchaft. lichen induftriellen Thätigkeit und bekunden dabei einen anerkennenswerthen Gefchmack. Die Preife diefer Gegenftände find zudem mässig.

Schweden war durch feine zwei gröfsten Fabriken repräfentirt, die von der Actiengeſellſchaft Rörftrand und jene von den Intereffenten der Fabrik zu Gustavsberg. Namentlich die erftere, die ältere feit 1726 betriebene Fabrik, weift einen entfchiedenen Fortfchritt in der Behandlung ihrer Fayencen und Majoliken auf, in denen der tüchtige Decorateur Jacobfon ein eigenes Genre gefchaffen hat, indem er fich an die alte Paliffywaare anlehnt. Eine ganz fpecififche Haltung in der das Grün völlig dominirt, ift diefen Fayencen eigen. Ein grofser, recht gut componirter Ofen und zwei ihm zur Seite ftehende, mehr als 6 Schuh hohe Candelaber waren äufserft gelungene Prachtftücke der ganzen keramifchen Ausstellung, und würden von noch gröfserem Effecte gewefen fein, wenn nicht die umgebenden Vafen und Gefäfse aller Art in derfelben grünen und braunen Farbe ftörend gewirkt hätten. In Bewältigung grofser Maffen hat die Fabrik viel geleiftet. Ein dunkelblaues, mit Gold decorirtes Gefchirr von guten Formen, dem alten, reichen Sèvresporzellan nachgebildet, verdiente alle Aufmerkſamkeit und ift eine der beften Arbeiten der Fabrik.

Guftavsberg fteht diefer erfteren Fabrik, welche auch ein vorzüglich fchönes, weiſses und mafsvoll decorirtes Siderolithgefchirr ausftellte, das mit zu den aller­beften Erzeugniffen feiner Art zu zählen ift, wenigftens auf dem Gebiete der Fayencen, entfchieden nach; es verlegt eben den Schwerpunkt feiner Thätigkeit auf die Behandlung des Porzellans und der Parianmaffe. Hier wie dort wird das englifche Porzellan erzeugt und hiezu zum gröfsten Theile auch englifches Roh­materiale verwendet. Bedauerlich ift es, dafs gerade letztere Fabrik, welche, gut organifirt und günftig gelegen, alle Bedingungen der Profperität in fich trägt, nicht mehr vorwärtsfchreitet, ja faft hinter den früheren eigenen Leiftungen zurück­zubleiben fcheint, jedenfalls aber fich von Rörftrand überflügeln liefs.

Die vorzüglichen adminiftrativen und humanitären Anftalten, welche von den äufserft umfichtig geleiteten Actiengeſellſchaften ins Leben gerufen wurden und welche die heilfamften Erfolge und Einflüffe auf die Arbeiterbevölkerung aufzu­weifen haben, machen die beiden genannten Fabriken ebenfo intereffant, wie die vollkommenen Fabrikseinrichtungen, mit welchen diefelben ausgeftattet find.

Von Schwedens fonftiger grofser Ofeninduftrie war in dem Induftriepalafte nichts zu fehen. Wir bedauern diefs lebhaft, hat doch der fchwedifche Ofen feit Langem fchon den Ruf eines trefflichen Fabricates zu erlangen gewufst, zu einer Zeit, wo Weftmann neues Leben in diefen Induftriezweig brachte.- Meift find diefe Oefen aus Fayencekacheln zufammengefetzt, deren weifse Grundmaffe mit