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Dampfkessel : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von J. F. Radinger
Entstehung
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J. F. Radinger.

Der Eifenkeffel wog 10.500, der Stahlkeffel 10.000 Kilogramm; fie waren zu Ende der Ausftellung um 625 und 670 Pfund Sterling, unverzollt und loco Ausftellung, fammt aller Armatur, complet verkäuflich.

Cater& Walker.

Ein bemerkenswerther und in mancher Beziehung von den bisherigen Syftemen abweichender Keffel war Cater's Patentkeffel von Cater& Walker zu Southwark bei London.

Der cylindrifche Aufsenkeffel von 4.26 Meter Länge und 2.13 Meter Durchmeffer wurde unten vorne von einem 2 Meter langen, 1.22 Meter breiten Rofte geheizt. Die Gafe ftrömten am halben Keffelumfange, aber nicht ganz nach hinten, denn 74 Centimeter vom Hinterboden entfernt ſchnitt quer in den Keffel eine unten und feitlich offene, 84 Centimeter hohe, 55 Centimeter breite Umkehr­kammer, deren obere Vorderwand 42 eiferne Rohre von 95 Millimeter Weite aufnahm, während die Rückwand noch 19 Centimeter breit vom Waffer ge­kühlt blieb.

Die Rohre zogen nun mit fchwacher Steigung nach aufwärts vornehin and mündeten in eine zweite( 55 Centimeter tiefe) Kammer, welche vorne in den Keffel eingefchoben erfchien. Diefe hatte mit dem Aufsenkeffel im Abftande von 16 Centimeter concentrifche Seitenwände, während ihre Höhe von I Meter durch ebene Blechflächen begrenzt wurde.

Eine zweite Gruppe von 62 engeren Rohren( à 75 Millimeter Weite) zog nun aus der oberen Hälfte diefer Kammer wieder mit fchwacher Steigung nach rück­wärts und endete an dem Keffelboden, von wo ein Blechfchlot zur Effe ging.

Die vordere Kammer enthielt drei ftehende, die rückwärtige ein liegendes Rohr von je 130 und von 150 Millimeter Durchmeffer eingeniethet, welche fowohl die flachen Wände mächtig verfteiften, als auch dem Waffer eine gefunde Cir­culation erlaubten.

Die Keffelböden waren auch, und zwar durch je vier obere Eckwinkel ver­fteift; der vordere hatte noch zwei untere Eckwinkel, der rückwärtige aber Steh­bolzen, welche ihn mit der hinteren Umkehrkammer- Wand verbanden.

Jeder Keffelboden war aus einem Stücke und aufgebogen; der Hinter­boden aber fo weit ausgehauen, als es die anftofsenden Rohre verlangten, welche durch ein eigens aufgeniethetes Blech mündeten, wie es die Vorficht einer Reparatur verlangt.

Der Aufsenkeffel beftand aus fünf conifchen Trommeln 16 Millimeter dicken Blechen, deren Langftöfse doppelt geniethet waren, was d= 15 D p+ 3 ent­fprechen würde.

In dem Profpecte, welcher für die Ausftellung gedruckt und dort vertheilt wurde, erfchien ein Dampfdom auf den Keffel gefetzt; in Wirklichkeit erhielt er aber einen Dampffammler von 2.6 Meter Länge und 12 Meter Durchmeffer, welchen der einzige, 40 Centimeter weite Verbindungsftutzen balancirend trug. Es fcheint alfo, dafs der Dom erft im letzten Augenblicke durch den Sammler verdrängt wurde, wie es der fchon früher begründeten, neueren englifchen Rich­tung entſpricht, welche die Dome verwirft.

Oben am Sammler fafs das Dampfventil. Um aber die Bildung eines Waffer­kegels unter dem Stutzen zu vermeiden, wurde es nicht in deffen verticale Flucht, fondern nach hinten gefetzt, und um den Sammler doch wieder centrifch zu belaften, bog es fich mit einem angegoffenen Knierohre über die Mitte, fo dafs die Griffrad- Spindel horizontal zu liegen kam.

Diefer Keffel ftellte ein Syftem dar, welches für den Transport ganz prächtig geeignet ift, indem das Mauerwerk aus einem einfachen Bett für die