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Dampfkessel : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von J. F. Radinger
Entstehung
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Der Sulzer- Keffel.

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Der Schweizer Keffel.

Gebrüder Sulzer in Winterthur.

Gebrüder Sulzer in Winterthur ftellten einen Dampfkeffel aus, welcher ihre und die anderen Schweizer Mafchinen zu betreiben hatte.

Es war ein Keffel mit zwei inneren Flammrohren, 6.15 Meter lang, bei. 1.92 Meter Durchmeffer des Aufsenmantels und je 0.72 Meter der Innenrohre. Er ruhte auf drei breitbafigen Füfsen, fo dafs das Umfchliefsungs- Mauer­werk nichts von feiner Laft erfuhr.

Letzteres war durchwegs doppelwandig aufgeführt und eine vorfpringende Ziegelfchaar fchlofs, auf längshin laufenden Gufsplatten liegend, fich 10 Centi­meter höher als die Rohre an den Keffel aufsen an. Das Mauerwerk reichte aber noch weiter nach aufwärts und trug oben I Meter weit auseinander querliegende Gufs- T- Träger, zwifchen welchen eine Decke gewölbt war.

Zwifchen der Decke und dem Obertheile des Keffels entftand fo ein Canal, und in diefem hingen zwei Druck- Vorwärmerrohre von je 0.50 Meter Durch­meffer und 8.50 Meter Länge mit eingenietheten Ankern an zwei Trägern der Decke.

An die Druckvorwärmer fchlofs fich hinten das gegabelte, 15 Centimeter weite Speiferohr, welches mit fechs oder fieben fchlangenförmigen Windungen im letzten Rauchzuge lag und fo auch noch einen Waffervorwärmer bildete.

Die Flammrohre beftanden aus je fünf genietheten und aufgeflanfchten Trommeln, deren letztere zwei eingeniethete Galloway- Conuffe enthielten.

Nachdem nun die Flammen, vom Rofte vorne kommend, die Rohre durch­zogen hatten, ftrömten fie an der ganzen Heizfläche des Aufsenkeffels zurück und dann im Obercanal längs feines Dampfraumes und den Druckvorwärmern wieder nach hinten hin, um endlich an der Speifefchlange niederfallend zum Fuchfe zu gelangen. W

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So war die Dampftrocknung und Speifewaffer- Vorwärmung auf verhältnifs­mäfsig einfache Art erzielt. Das Letztere gefchah auf einer Fläche von nahezu gleicher Gröfse als die Heizfläche felbft.

Der Keffel hatte mit 5 Atmofphären Ueberdruck zu arbeiten, feine Bleche ( aus dem Creuzot) waren 14 Millimeter an dem doppelt( längs) genietheten Aufsen­keffel, 13 und 10 Millimeter an den Flammrohren und Vorwärmern ftark. Für den doppelt genietheten Aufsenkeffel fcheint die Formel= 12 Dp+ 3 Millimeter mafsgebend gewefen zu fein, während die Flammrohre nach der bekannten Fain­bairn Formel beftimmt fein dürften.

Von den 20 Millimeter dicken Böden waren der hintere aufgebogene mit vier, der vordere mit drei Eckverfteifungen verfehen. Letzterer war ganz eben und mit einem Aufsenwinkel- Ringe und Zwifchenbleche an den Cylinderkeffel geniethet.

Die Flammrohre ftanden vorne vor die Stirnplatte hinaus und gleichfalls durch Aufsen Winkeleifen mit ihr in Verbindung, während rückwärts je der auf­gebogene Flanfch innen an den Boden ftiefs.

Um die drei erften Blechplatten in jedem Rohre herum bogen fich oben im Abftande von circa fünf Centimetern concentrifche Dünnbleche, um die Feuer­platten vor einem rapiden Keffelftein- Niederfchlage zu fchirmen. Sie waren durch je ein Flacheifen- Band mit Schraubenkluppe an den Flammrohren gehalten und viele Löcher an ihrer höchften Stelle liefsen die Dampfblafen entweichen, welche fich unter ihnen bildeten.,