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Dampfkessel : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von J. F. Radinger
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Die Heiz- und Sicherheitsausrüftung der Keffel.

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Die Heiz- und Sicherheits- Ausrüftung der Keffel.

Die eigentliche Ausrüftung für Bedienung und Sicherheit der Keffel, foweit in der Ausftellung Neues und Bemerkenswerthes davon vorkam, zu befprechen, übernahm ein anderer Berichterstatter. Mir erübrigen alfo nur noch die zwifchen­ftehenden Vorkehrungen gegen die Keffelftein- Ablagerung, die Heizapparate und die Schornfteine.

Die Vorkehrungen gegen die Keffelftein- Ablagerung.

Mittel, welche mit der nöthigen praktifchen Einfachheit jede Ablagerung von Stein an den Keffelwänden verwehren, gibt es nicht. Alle drei Methoden aber, welche diefes Uebel bekämpfen, nämlich Reinigung des Waffers vor der Verwendung, Keffelftein- Gegenmaffen und Schlamm( und Schaum-) Fänger, waren in der Ausstellung vertreten.

Letztere crfcheinen bereits bei den einzelnen Keffeln erwähnt, bei welchen fie zur Anwendung kamen.

Die Reinigung des Waffers vor feiner Verwendung war an den Meyn'fchen Keffeln der Carlshütte und bei den Sigl'fchen Keffeln( Patent Berenger) vorgeführt.

Die Carlshütte begnügte fich, doppelt kohlenfaueren Kalk und Ma­gnefia, welche die meiften Niederfchläge verurfachen, dadurch wegzufchaffen, dafs fie das Speifewaffer in einem( des Wechfels halber) zweier grofser Blechkäften in zertheilter Maffe verweilen läfst, welche der Abdampf der Mafchine durchzieht.

Das Waffer fällt nämlich oben in den Kaften und im Zickzackwege über zwanzig eingefchobene Taffen, wobei es hoch erwärmt wird und die halbgebundene Kohlenfäure gröfstentheils verliert. Dann fallen aber die einfach kohlenfaueren Salze als unlöslich aus, und verbleiben auf den Taffen oder auf dem Coaksfilter, welches den Boden deckt.

Das Mittel wirkt, wie ich mich verfchiedenen Orts überzeugte, beftimmt, aber doch nur theilweife, indem fämmtliche Kohlenfäure nur durch anhaltendes. Kochen ausgetrieben werden kann.

Auch waren bei dem Meyn'fchen Keffel dennoch Schlammtaffen eingeftellt wie es bei deren Befchreibung oben erwähnt wurde; in diefen Taffen fanden fich ftets ganz beträchtliche Mengen von Niederfchlag.

Der Berenger'fche Vorgang zum Weichmachen des Waffers, welcher in einem eigenen Zubau bei Sigl's Ausftellungskeffeln gepflogen wurde, ift gründ­licher, aber etwas complicirter.

Eine eigene kleine Dampfpumpe drückt nämlich klares Kalkwaffer( welches durch Abrühren von gelöfchtem Weifskalk mit dem hundertfachen Waffergewichte und Abfetzenlaffen erzeugt wird) rechtwinklig in das Zulaufrohr des Speifewaffers, worin fich beide mifchen und fämmtlicher doppelt kohlenfauerer Kalk in den unlöslichen einfach faueren verwandelt wird.

Die fofort getrübte Flüffigkeit paffirt einen Windkeffel, worin fich die Ver­mengung und flockenförmige Ausfcheidung vollendet, und kommt nun durch ein Filter gereinigt in das Weichwaffer- Refervoir.

Das Filter befteht aus Coaks und Holz- Hobelfpänen, welche zwifchen zwei Weidengeflechten in einem niederen Blechkeffel eingebracht find. Sein Widerftand, fowie das Auffteigen zum Refervoir mufs durch einen entsprechenden Ueberdruck des zulaufenden Waffers überwunden werden.

Ob die Pumpe gerade die rechte Menge Kalkwaffers beibringt, kann durch zeitweilige( zweiftündige) Proben nachgefehen werden, welche einfach durch Ein­

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