Keffelarmaturen.
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Durch diefe Lage der Feder im Gehäufe gewinnt zwar das gefällige Ausfehen des Inftrumentes, ift aber im Ganzen der Mechanismus viel zu complicirt; dann ist auch noch der Uebelftand vorhanden, daſs, indem der Dampf nicht auf die Mitte der Plattenfeder, fondern fchief von unten auf diefelbe geleitet wird, diefer Theil durch den directen Dampfftrahl mehr ausgedehnt und überhaupt mehr afficirt wird, als der obere; dafs diefe falfche Bewegung auf den ganzen Bewegungsmechanismus übertragen wird und diefen und die Platte felbft einem rafcheren Ruin entgegengeführt, ift wohl klar.
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Auch wird nach kurzem Gebrauche der fchmale Dampfraum zwifchen Federplatte und Gehäuſewand fo ftark mit feften Niederfchlägen angefüllt fein, dafs blos der vom Dampfftrahl direct getroffene Theil der Feder von diefen frei bleibt und fodann abfolut blos eine excentrifche Blähung der Federplatte eintritt.
Die in der franzöfifchen Abtheilung ausgeftellten Ducomet'fchen Federmanometer mit herzförmig gebogenem flachen Stahl- Federbande und Dampfbüchfe erfuhren feit ihrer Erfindung keine Aenderung. Die Anwen dung weifser Emailzifferblätter ftatt der früheren Metallblätter ift als ein entfchie dener Fortfchritt auch an den Manometern diefer Firma hervorzuheben.
Die Claffe derjenigen Manometer, welche die in verfchiedenen Zeiteinheiten entwickelten Dampffpannungen„ graphifch" bleibend anzeigen, waren in mehreren, meift fehr finnreichen, mitunter jedoch auch fehr complicirten Exemplaren, von amerikaniſchen, englifchen und deutfchen Ausftellern exponirt.
von
Im öfterreichifchen Keffelhaufe an G. Sigl's Dampfkeffel war ein folcher den amerikanifchen Ingenieuren Marmont, B. Edson& Sohn in Newyork in Thätigkeit und mit der Benennung ,, Edfon's Recording Steam- Gauge"
bezeichnet.
Der eigentliche Manometer desfelben befteht aus kreisrunden, paarweife übereinander angeordneten Stahlplatten, wovon entweder ein oder mehrere Paare, je nach der Höhe der erforderlichen Dampffpannung, eingelegt und in Wirkung gebracht werden können. Diefelben find in ihren Mittelpunkten durch kurze Rohrftücke derart mit einander verbunden, dafs fie dem gefpannten Dampfe von einer auf diefe Art gebildeten Kammer in die andere zu gelangen geftatten. Die einzelnen Platten find, ohne jede andere Zwifchenlage, durch einen Metallring getrennt, und zwifchen zwei ftarken Eifenflantfchen durch Schrauben an der Peripherie eingeklemmt und gedichtet.
Die Wirkung des Dampfes auf diefe Platten ift gerade die entgegengefetzte von der bei der Gäbler'fchen doppelten Plattenfeder, indem bei diefer der Dampf die zwei Platten zufammenprefst, bei den Edfon'fchen aber auseinandertreibt.
Eine verticale Zahnftange greift in ein auf der Zeigerwelle befeftigtes Zahnrad und überträgt nun die verticale Bewegung der Federn in eine drehende, behufs Markirung der Dampffpannung, durch den auf die Welle fixirten Zeiger. Diefs die Einrichtung des Manometers.
Die auf diefe Weife erlangte Drehbewegung wird nun auf ein anderes Zahnrad übertragen, welches ebenfalls in eine verticale Zahnftange greifend, diefe auf- und abbewegt; derfelben Bewegung folgt eine mit derfelben verbundene parallele Stange, welche am unteren Ende, in ein Auge gefafst, den horizontalen Zeichenftift trägt; diefer ruht auf einem, über zwei verticale Trommeln gefpannten, in Horizontal colummen, die Pfunde bezeichnend, getheilten Papierftreifen auf. Die Papiertrommeln find derart mit der Federbewegung des Manometers in Contact gebracht, dafs fich diefelben blos dann drehen( und den Papierftreifen unter dem Stifte wegziehen), wenn der Druck des Dampfes abnimmt und die
* Officieller Bericht der Parifer Ausftellung 1867.