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Peter Zwiauer
eincylindrige und die dreicylindrige Spritze deren Maſchinen vertical angeordnet find, haben diefelben hinten am Keffel angefchraubt. Hiedurch wurde es noth wendig, die Feuerung zur Seite zwifchen die Räder zu verlegen. Die ganze hintere Seite, welche fonft geftattete, auch während der Fahrt zu feuern, wird nun von den Cylindern, von den Windkeffeln etc. eingenommen. Vor dem Dampfkeffel find Sitze für die Bedienungsmannfchaft und der Schlauchkaften etc. Der Keffel fteht vor der Hinterachfe und die ganze Mafchine wird von kräftigen Rahmen mit U förmigem Querfchnitt getragen, die auf ftarken Blattfedern ruhen.
Die Räder haben je nach der Befchaffenheit des Bodens, auf welchem die Dampffpritze fahren foll, entweder breite gufseiferne Kränze und fchmiedeiferne Arme oder find aus Holz, mit aufgezogenen fchmiedeifernen Laufkränzen. Der Keffel, welchen Shand Mafon& Co. anwenden, ift ein eigenthümlicher, mit einer Anzahl geneigter Röhren verfehener ftehender Keffel, welcher von diefer Firma zu allen möglichen Zwecken benützt wird. Derfelbe hat die Hauptfeuerungsthüre zwifchen den Rädern bei den ein- und dreicylindrigen; nur für die Benützung während der Fahrt ift noch hinten eine kleine Thüre angebracht, durch welche von dem Fufsbret aus gefchürt werden kann. Der Kohlenbehälter ift gerade unter dem Vordergeftelle des Wagens angebracht. Bei den horizontalen. zweicylindrigen Mafchinen liegt die Mafchine zwifchen den Rahmen, vor dem Keffel. Die Hinterwand derfelben ift frei und die Feuerung wird von dem Fufs bret auf welchem noch der Kohlenkaften angebracht ift, beforgt. Der Abdampf wird von den Dampfcylindern in den Schornftein geleitet, um den Zug durch den Keffel zu erhöhen.
Um auch bei der ein cylindrigen Feuerfpritze das Schwungrad, welches gewifs ein ftörendes Moment bei der Bedienung wäre, zu eliminiren, wenden die Conftructeure einen zweiten Cylinder an, der in eigenthümlicher Weife den todten Punkt in der Kurbelbewegung aufhebt.
Es ift nämlich in der Achfe des Schieberkaftens gegen vorne ein kleiner Cylinder angefchraubt, in dem ein auf der Schieberftange befeftigter Dampfkolben fich bewegt. Die Bewegung des Hauptfchiebers gefchieht hier nicht durch ein Excenter, fondern durch eine kleine Kurbel, und die Bewegung wird durch einen kleinen Kurbelrahmen auf die Stange übertragen. An dem Schieberrahmen des Hauptfchiebers ift ein Anfchlag angebracht, welcher auf einen kleineren Schieber wirkt und diefen ruckweife bewegt.
Diefer Schieber läuft auf einer Fläche fenkrecht zur Fläche des Hauptfchiebers. Die Kurbel des Hauptfchiebers ift unter einem Winkel von etwas mehr als 100 Grad gegen die Hauptkurbel geftellt, und die Wirkung des ganzen Syftemes ift alfo die, dafs der Hilfskolben beinahe in der Mitte feines Hubes ift, wenn der Mafchinenkolben an feinem todten Punkte fteht. Geht der Mafchinenkolben gegen die Mitte feines Hubes, fo fteht der Hilfskolben und alfo der Hauptfchieber am Ende feines Weges.
Er hat auf einem Stücke Weges den Hilfsfchieber mitgenommen und die Dampfvertheilung für den Hilfskolben eingeleitet. Die Anwendung eines Schwungrades ift alfo überflüffig, denn die Mafchine hat keinen eigentlichen todten Punkt. Im Wefentlichen aber ift die ganze Conftruction nur eine etwas vereinfacht: Form einer zweicylindrigen gekuppelten Maſchine mit ungleichen Cylindern.
Die Ausftrömung des kleinen Kolbens mündet in die Ausftrömung unter dem Hauptfchieber und ift durch einen im Gufs gefparten Canal hergeftellt. Die Einftrömungen gehen zur einen Seite durch den Schieberkaften- Deckel, zur anderen Seite durch ein Kupferrohr. Beide Maſchinen, die Hauptmafchine, fowic die Hilfsmafchine haben Kurbelrahmen, deren Fortfetzung bei der Hauptkurbel die Kolbenstange des Pumpen cylinders bildet.
Der Hilfsfchieber wird von dem Hauptfchieber- Rahmen nur immer ein kurzes Stück des Weges mitgenommen, die Canäle find ziemlich klein, alfo auch die Schieberbewegung unbedeutend. Bei der eincylindrigen Mafchine, welche