Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle.
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ganz abfolut auch den ruhigen Gang derfelben mit fich zu bringen. Die Schnecke, welche leicht mit gleichmäfsiger Steigung herzuftellen ift, wird keine, Stöfse hervorbringen; dagegen kann diefs die gegoffene Zahnftange thun, welche denfelben Unregelmässigkeiten unterworfen ift, wie die des gewöhnlichen Antriebes. Bestimmt bleibt aber der Vortheil, dafs die hebende Wirkung des Getriebes wegfällt. Auch ift die grofse Räderüberfetzung vermieden, welche beim Antrieb durch Getriebe erforderlich wird, und durch die Lage der Schneckenwelle, welche fchräg aus dem Bett der Mafchine hervortritt, ift es möglich, ihren Antrieb nach Belieben auszubilden, was wir bei dem Schraubenantrieb nicht können. Es mufs daher der von Sellers angewandte Mechanismus als der vorzüglichfte bezeichnet werden.
Wir können nicht umhin, hier noch auf den Unterfchied aufmerksam zu machen, welcher zwifchen dem Sellers'fchen Schneckenantrieb und den gewöhnlichen oft verwendeten Schneckenüberfetzungen befteht. Vor Allem ift die Anordnung derart, dafs aufser den Eigenfchaften einer reinen Schnecke auch noch andere auftreten, welche, wie wir fpäter fehen werden, vom Getriebe her geleitet find. Dann beftehen die gewöhnlichen Antriebe faft immer aus Schnecke und Rad. Der Eingriff erfolgt bei denfelben nur an wenig Punkten und fchnelle Abnützung, fowie grofse Kraftverlufte find die Folge. Zur Uebertragung von Kräften find auch defshalb die Schneckenüberfetzungen nicht fehr beliebt. Wird aber das Rad zur Zahnftange, fo kann die Schnecke in beliebig vielen Punkten und mit ganz entſprechenden Flächen angreifen, fo dafs der Druck auf die Flächeneinheit das rechte Mafs nicht überfteigt.
Principiell wichtig ift ferner die fogenannte pofitive Steuerung von
Sellers.
Faft allgemein werden bisher die vorrückenden Bewegungen der Meifsel bei Hobelmafchinen ſtofsweife und von denfelben Organen beforgt, welche die Riemenführung, refp. Umfteuerung des Tifches zum Zwecke haben. Es kann nur darin ein Unterfchied gemacht werden, dafs bei den einen Ueberfchlaggewichte zur Anwendung kommen, bei den anderen nicht. Sollen die Gewichte nicht nachtheilige Stöfse oder verderbliche Einwirkungen auf die Riemen im Gefolge haben, fo mufs ihre Wirkfamkeit möglichft eingefchränkt und in der That fo klein gemacht werden, dafs fie wenig mehr helfen können. Es find daher jene Conftructionen, welche durch directe Einwirkung auf richtig proportionirte kurze Daumen die Umfteuerung bewirken, beffer und beliebter.
Beiden Arten haften aber diefelben Mängel an, wenn fie zugleich zur Steuerung der Suporte verwendet werden, indem fie wefentlich verfchiedene Schnittbreiten nicht zulaffen und auch unter Umständen die einmal eingeftellten nicht gleichmässig geben.
Diefs hängt von den Bewegungswiderftänden der Suporte und von der Gefchwindigkeit ab, mit welcher die Mafchinen betrieben werden.
Kraft und Bewegung werden dabei von verftellbaren Anfchlägen genom. men, welche in paffenden Stellen am Tifche befeftigt find, und auf Daumen wirken, von denen die Uebertragung weiter bis zur Riemengabel und den Suporten mehr oder weniger einfach gefchieht. Die Riemen haben in allen Fällen einen Weg von zweimal ihrer Breite zu machen, um von der einen Treibfcheibe über die Leerfcheibe vollkommen auf die zweite Treibfcheibe zu gelangen. Die meiften Mafchinen gehen aber auch, ohne dafs der Riemen vollkommen auf der einen oder der anderen Treibfcheibe aufliegt, und da der ganze Umfteuerungsmechanismus einen beftimmten vollen Hub nicht zu machen gezwungen ift, fo fällt diefer eben nach den Umständen verfchieden, kürzer oder länger aus.
Stellen wir z. B. eine Mafchine auf fehr geringen Vorfchub des Meifsels ein fo ift die hierdurch confumirte Arbeit klein und die Steuerung functionirt gut. Nehmen wir aber einen grofsen Vorfchub, fo findet das Umgekehrte ftatt, und die Breite der Schnitte, welche wir mit den bisher üblichen Steuerungen
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