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Carl Pfaff.
nehmen können, ift dadurch aufserordentlich befchränkt. Noch ärger tritt der Uebelftand hervor, wenn von der horizontalen zur verticalen Steuerung der Suporte übergegangen wird, und am fchlimmften bei folchen Mafchinen, die mehrere Suporte haben, welche nicht immer gleichzeitig arbeiten. Kommt nun eine Veränderung in der Gefchwindigkeit dazu, fo nehmen die Stofswirkungen, durch welche der Steuerungsmechanismus in Bewegung gefetzt wird, andere Werthe an und treiben ihn mehr oder weniger weit.
Man hat fich früher bei Hobelmaschinen mit äufserft geringen Variationen im Vorfchube oder der Schnittbreite begnügt, ja die älteren Mafchiniften hielten eine Fläche für um fo fchöner und beffer gehobelt, je geringer die Schnittbreite war. Bei einem folchen Verfahren konnten die gerügten Mängel der Steuerung wenig fühlbar werden. Heute hat fich aber die Erkenntnifs Bahn gebrochen, dafs die letzten Schnitte über eine Fläche möglichft breit genommen werden müffen, wenn diefe vollkommen eben und zur weiteren Bearbeitung gefchickt fein foll, und gerade diefe breiten Schnitte können wir mit keiner der älteren Steuerungen felbftthätig nehmen, wo fie dennoch vorkommen, find fie durch Steuerung von der Hand erzielt.
Sellers hatte alfo fehr Recht, wenn er feinen Steuerungsmechanismus zwang, einen beſtimmten, unter allen Umständen gleichmässigen Hub zu machen, indem er ihn mit der Antriebswelle verband, und ebenfo, wenn er ihn einen pofitiven nannte.
Aufser den beiden genannten Neuerungen hat Sellers noch eine eigenthümliche Vorrichtung angebracht, um den Suport beim Rückgang zu heben, und fo den Meifsel von dem Arbeitsftück zu entfernen, auf welche wir bei der Befchreibung kommen werden.
Endlich ift noch die eigenthümliche Lage der Antriebsriemfcheiben zu erwähnen, welche geftattet, dafs die Hobelmaschinen parallel mit der Transmiffion und in einer Linie mit Drehbänken und anderen Mafchinen aufgeftellt werden. Hierin liegt ohne Weiters ein grofser Vortheil, welcher dadurch erhöht wird, dafs weder die Riemen, noch der Antriebsmechanismus jemals in Collifion, mit irgend einem Arbeitsftück kommen können. Sellers erblickt noch einen bedeutenden Vortheil darin, dafs die Antriebstheile nahe zur Hand des Arbeiters liegen, welcher Anficht wir uns nur zum Theil anfchliefsen können.
Gehen wir nun mit Rückficht auf die Zeichnungen Fig. 12 und 13, Taf. II, zur detaillirten Befchreibung über, fo fehen wir, dafs die Antriebsriemenfcheiben am vorderen Ständer gelagert find und ihre Achfe parallel der Längenachfe der Mafchine haben. Sie find von fehr grofsem Durchmeffer, dagegen ziemlich fchmal. Die beiden äufseren Scheiben find lofe, die mittlere ift feft. Zum Antrieb werden zwei Riemen gebraucht, ein offener und ein gekreuzter. Ihre Verfchiebung wird in der gewöhnlichen Weife erzielt, und zwar durch verftellbare Anfchläge, die auf einen horizontal liegenden Hebel mit zwei verfchieden langen Daumen wir ken. Bemerkenswerth ift hierbei, dafs Sellers feine Daumen, weil fie nicht mehr zu thun haben, als die Riemen zu verfchieben, von Gufseifen macht, während fie bei gewöhnlichen Mafchinen, deren Suportfteuerung fie mitbewirken müffen, von gehärtetem Schmiedeifen genommen werden und dennoch bald zu Grunde gehen. Die eigentliche Riemenführung, welche mit dem Daumenhebel durch ein dünnes Stängelchen verbunden ift, zeigt ein intereffantes Detail. ( Fig. 14.)
Sie ift fo angeordnet, dafs ftets nur ein Riemen auf der Treibfcheibe laufen kann. Der andere ift inzwifchen an jeder Verfchiebung gehindert. Bei der Umfteuerung wird zuerft der treibende Riemen ganz von der feften Scheibe entfernt, dann hört feine Verſchiebung auf und feine Riemengabel ift verfchloffen. Hierauf fetzt fich erft der zweite Riemen in feitliche Bewegung und kommt auf die Treibfcheibe. In diefer Stellung find beide Riemengabeln verfchloffen. Soll abgeftellt werden, fo wird die Bewegung nur mit einem Riemen gemacht, und