18
LA
Carl Pfaff.
werden, nämlich darin, dafs das amerikaniſche Material im Allgemeinen leichter zu bearbeiten ift, als unferes.
Das Enſemble der Drehbank ift in den Fig. 25 und 26, Taf. IV, dargestellt. Das Bett ift fehr kräftig und reichlich mit Querverbindungen verfehen, die hoch. heraufgehen. Unter dem Spindelftock, der mittels durchgehender Schraubenbolzen befeftigt ist, hat es den beliebten Werkzeugkaften. Die Bahnen find von der bei uns gewöhnlichen Form ftark und breit. Der Spindelftock hat dreifache Räderüberfetzung. Die erfte Ueberfetzung am hinteren Ende der Stufenfcheibe ift gegen die gewöhnlichen fehr grofs, die zweite, bei gewöhnlicher Conftruction letzte, dagegen fehr klein und als Uebergangsftufe zu betrachten, während endlich noch die Planfcheibe äufsere Verzahnung hat und durch ein kleines Getriebe bewegt werden kann. Diefes wird nach vornen abgezogen, wenn ohne oder mit fchwächerer Ueberfetzung gearbeitet werden foll. Die Vorgelegewelle ift durch excentrifche Lager, welche durch einen Rahmen verbunden find, ausrückbar. Soll die gröfste Ueberfetzung durch Planfcheibe und Getriebe benützt werden, fo wird das mittlere Ueberfetzungsrad auf der Vorgelegewelle verfchoben. Eine Feder, die im Keile eingelaffen ift, hält dasfelbe im eingerückten, fowie im ausgerückten Zuftande feft. Durch die gefchilderte Einrichtung und die gewählten Abftufungen des Riemenkonus( Fig. 27) wird eine fehr ftetig verlaufende Reihe von Gefchwindigkeiten erzielt. Der Konus oder die Stufenfcheibe hat fünf Stufen, fo dafs für diefelbe Tourenzahl des Deckenvorgeleges fünfzehn ziemlich gut in einander übergehende Gefchwindigkeiten zur Anwendung kommen können. Für eine Tour des Deckenvorgeleges erhalten wir folgende Werthe: Konus allein 0.128 I. Ueberfetzung 0128 I. Ueberfetzung 0.025 II. Ueberfetzung
2: 333
"
99
0.298
0.058
27
1-5
0 192
6.037
"
"
"
ΙΟ
0.128
0.025
"
"
0.666 0.428
"
0.085 0.055
0 016
27
0.911
"
27
"
"
"
Es ift alfo leicht, für jedes beliebige Arbeitsftück die vortheilhaftefte Gefchwindigkeit zu finden und anzuwenden.
Allerdings ift hierbei der Uebelftand mit in den Kauf zu nehmen, dafs die Planfcheibe nicht abgenommen und mit anderen Vorrichtungen gewechfelt werden kann..
Die befchriebene Anordnung wird aber nur bei gröfseren Drehbänken ausgeführt, die eine folche Auswechslung weniger erfordern.
Die Spindel ift im vorderen Lager cylindrifch und infofern frei eingelegt, als auf keiner Seite ein Bund oder Anlauf vorhanden.
Der ganze axiale Druck wird auf einen Ring übertragen, der auf dem hinteren Ende der Spindel fitzt.
Diefer Ring, gehärtet und genau rundgefchliffen, legt fich nach vornen fowohl an den Anfatz der Spindel, als auch an die Lagerbüchfe an und hat eine fchwächere Fortfetzung, welche fich gegen das aufgefetzte und durch eine Schraube angezogene Wechfelrad ftemmt. Ueber das Ganze ift eine gefchloffene gufseiferne Büchfe( Fig. 28) centrifch angefchraubt, welche innen mit einem ebenfalls gehärteten und gefchliffenen Ringe armirt ift. Letzterer liegt wieder derart an dem auf der Spindel befeftigten an, dafs zwar eine Drehung, aber durchaus keine Verſchiebung der Spindel in der Längenrichtung eintreten kann.
Die rückwärtige Lagerbüchfe ift fchwach konifch und die Lage der Spindel in der Büchfe kann durch fchwache metallene Beilagen regulirt werden, welche in den ausgedrehten Theil des auf der Spindel fitzenden Ringes kommen. Sollten die Flächen der beiden Druckringe durch Abnützung Spielraum bekommen, fo wird die Höhe der aufgefchraubten Büchfe vermindert.