Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle.
35 einzelnen Schlägen benützt werden. Der Fallbär wird durch einen Riemen aufgezogen, welcher fich um eine oberhalb umlaufende Spule wickelt, und die Einrichtung ift fo getroffen, dafs er gleich nach dem Schlage wieder emporge. zogen und dadurch verhindert wird, einen fogenannten Rückfchlag zu machen. Der Rückfchlag entſteht durch die Elafticität von Hammer, Ambos und Zwifchenlage, d. i. Arbeitsftück, und ift beim kalten Stanzen von Gegenftänden: wie Löffel, Gabeln etc. am bedeutendften. Er wird defshalb gefürchtet, weil die Gefenke, welche niemals abfolut genau gegen einander geführt werden können, beim zweiten Schlage die Arbeit des erften verderben.
Das Geftell des Fallhammers beſteht aus dem Ambofsftocke und 2 fchmiedeifernen, aus ftarken Winkeleifen gebildeten Ständern oder Säulen, zwifchen welchen der Fallklotz geführt ift. Oberhalb find diefe Säulen durch einen gufseifernen Rahmen verbunden, welcher die Antriebsachfe und den Steuerungsmechanismus trägt. Die Antriebsachfe fteht hier ftill und die Riemenfcheiben, fowie die Spule, auf welche fich der Zugriemen windet, drehen fich auf derfelben. Die eine Riemenfcheibe empfängt einen gekreuzten, die andere einen offenen Riemen, fie laufen alfo in entgegengefetzter Richtung um, haben aber gleiche Gefchwindigkeit. Zwifchen beiden Riemenfcheiben liegt die Spule für den Aufzugriemen. Sie kann für fich feftgehalten, losgelaffen oder mit einer der beiden Riemenfcheiben verkuppelt werden. Wird fie feftgehalten, fo fchwebt der Fallklotz in entſprechender Höhe, losgelaffen, wickelt fich der Riemen rafch ab, und der Fallklotz fällt. Mit einer der beiden Riemenfcheiben verkuppelt, nimmt die Spule an der Drehung derfelben nach links oder rechts Theil und der Fallklotz wird aufgewunden. Beim Herabfallen des Fallklotzes dreht fich die Spule rafch um, und zwar mit befchleunigter Gefchwindigkeit. Es würde alfo ein gewiffer Stofs entſtehen, wenn die Spule behufs Wiederaufwindung des Riemens ſchnell in der entgegengefetzten Richtung in Bewegung gefetzt werden müfste. Hierzu käme noch das Moment des zu hebenden Fallklotzes.
Bei unferem Hammer wird aber der Spule die Richtung der Bewegung gelaffen, welche fie durch Abwicklung des Riemens erhielt und fie wird nur in derfelben weiter getrieben. Es wird alfo die lebendige Kraft, welche in der Spule angefammelt ift, nicht nur nicht vernichtet, fondern fie wird noch gegen die Trägheit des Fallklotzes benützt. Die mechaniſche Einrichtung ist folgende: Zwifchen den beiden Riemenfcheiben, welche drehbar, aber nicht verfchiebbar auf der Achfe angebracht find, liegt die Spule, welche fich frei drehen und auch etwas in der Achfenrichtung verfchieben kann. Sie hat an ihren beiden Enden Kuppelungseinfchnitte, welche mit Zapfen in den Riemenfcheiben correfpondiren. Ausserdem hat fie auf einer Seite Einſchnitte, welche zu dem Vorfprung eines horizontalen Hebels paffen, der durch eine Zugftange mit dem Fufstritt verbunden ift. Auf der entgegengefetzten Seite ift eine Nuth eingedreht, in welche der Zapfen des Führungshebels eingreift, welcher die feitliche Stellung der Spule regelt. In der Mitte ift die Spur für den Aufzugriemen gelaffen. Der Führungs- oder Steuerhebel liegt horizontal unter der Spule und biegt fich vor derfelben in die Höhe, fo dafs fein Endzapfen in die Nuth der Steuerungs- oder Wechfelplatte eingreift, deren Form ganz eigenthümlich aus Bogendreiecken zufammengefetzt ift. Der Amerikaner nennt diefelbe switch". Ihr Drehpunkt liegt links, während rechts die Steuerftange herabgeht, welche durch einen Arm am Fallklotz paffirt und entweder von diefem mitgenommen oder auch von Hand bewegt wird.
Wenn der Fallklotz aufgewunden ift und an den verftellbaren Anfchlag der Steuerftange ftöfst, fo hebt er diefe und mit ihr die Wechfelplatte, wie in Pofition I und Ia der Figur 45 zu fehen. Der Zahn a erlaubt dem Arretirungshebel einzufallen, der Zapfen des Steuerhebels fteht in der Mitte der Nuth und die Spule befindet fich in ihrer mittleren Stellung feftgehalten und frei von beiden
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