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Carl Pfaff.
gefchaltet werden mufs. Man hat auch Spindeln mit cylindrifchen Lagern in der Weife ausgeführt, dafs der vordere Bund, gegen welchen fich die Planfcheibe lehnt, allen Achfendruck auf die Flantfche des vordern Lagers überträgt und die Spindel durch Ring und Stellmutter von rückwärts her angezogen und in ihrer Lage gehalten wird. So fehr diefes einfache Syftem, welches alle auftretenden Spannungen in eine Richtung bringt, für ganz grofse Drehbänke, wie z. B. Räderdrehbänke und grofse Plandrehbänke, pafst, fo wenig ift es für kleine und mittlere Drehbänke geeignet, mufs vielmehr für diefe geradezu verworfen werden. Nach diefer allgemeinen Befchreibung der cylindrifch gelagerten Spindeln erübrigt uns noch der combinirten Spindelftöcke zu erwähnen, welche in den vordern Lagern cylindrifche, im rückwärtigen konifche Bohrungen haben. Diefe treten nur felten auf. Ein Beiſpiel bietet der Spindelftock von Sellers, Fig. 25 und 27, Tafel IV, auf den wir hiermit verweifen.
Suportdrehbank.
Kehren wir nun zu unferem Ausfteller zurück, und betrachten die Suportdrehbank zum Egalifiren und Schraubenfchneiden, Fig. 67, Taf. XIX. Die Spitzenhöhe beträgt 178 Mm. und ift die ganze Drehbank entſprechend ftark ausgeführt. Der Spindelftock ift der gewöhnliche mit konifchen Lagern. Die Druckfchraube ift in einem ziemlich entfernt liegenden Querftück gehalten, deffen Stützen weit genug auseinanderliegen, um auch gröfsere Wechfelräder paffiren zu laffen. Für Gewinde, welche eine fehr grofse Ueberfetzung verlangen, ift durch einen übrigen Wechfelbolzen in der Scheere vorgeforgt. Die Achfe für das Rädervorgelege wird durch Excenterbewegung aus und eingerückt.
Der Reitftock ift nicht zum Konifchdrehen verftellbar, das Anziehen des Stofses erfolgt durch Zufammenpreffen der einfeitig aufgefchlitzten Hülfe.
Aufser der Leitfpindel zum Schraubenfchneiden ift auch noch eine felbftthätige Bewegung des Suports durch Schnecke und Zahnftange angebracht, welche vorwärts und rückwärts gebraucht werden kann. Schlitten, Suport, Bett etc. find gut ausgebildet, aber von den gewöhnlichften Typen. Die Ausführung entſpricht dem eingangs Gefagten.
Horizontalbohrmaſchine.
Die Horizontalbohrmaschine, Fig. 68, 69 und 70, war eine ganz gefchickte Modification der bekannten und viel angewandten Horizontalbohr mafchinen. Während diefe gewöhnlich etwas gröfser und auf niedrig liegenden Fundamentplatten angeordnet find, hatte Hind, wie wir aus unfern Zeichnungen erfehen, feine Fundament- oder Auffpannplatte etwas über den Fussboden erhoben. Er konnte diefs thun, weil feine Mafchine nicht univerfell, fondern nur zum Bohren kleinerer Stücke wie: Dampfcylinder, Lager etc., beftimmt war. Die Mafchine bohrt bis zu 410 Millimeter Durchmeffer und ift mit einer Vorrichtung verfehen, um Flangen von Cylindern, Lagern etc. abzudrehen.
Die Bohrfpindel hat eine horizontale Verfchiebung von 750 Millimeter, kann auf alle Höhen von 180 bis zu 730 Millimeter von der Auffpannplatte eingeftellt und feitlich um 460 Millimeter verfchoben werden. Die Auffpannplatte ift 2134 Millimeter lang und 915 Millimeter breit.
Auf derfelben werden die Arbeitsftücke direct und ohne Unterlagen aufgefpannt und die Verfchiebbarkeit der Bohrfpindel wird benützt, um diefelbe in Sind mehrere das Mittel der zu machenden Bohrung richtig einzuftellen. Bohrungen parallel zu einander in einem Arbeitsftücke auszuführen, fo wird die Bohripindel nach und nach in alle eingeftellt und der Vortheil des Syftemes tritt