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Maschinen zur Bearbeitung der Metalle : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Carl Pfaff
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Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle.

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dann befonders klar zu Tage. Die Einrichtung der Mafchine ift, wie aus den ange­führten Figuren erfichtlich, folgende:

An einem rechteckigen Rahmen findet fich feitwärts der Antrieb mit Räderüberfetzung in der Art eines Drehbanksfpindelftockes angebracht. Die Antriebsachfe hat in der für die Verfchiebung des Bohrftänders erforderlichen Entfernung ein drittes Lager und ift mit einer Nuth verfehen.

Auf dem Rahmen fteht verfchiebbar der Bohrftänder und erfafst mit herabgehendem Arme die Hülfe eines Schrägrades, welches mit der Antriebs­achfe verfchiebbar verbunden ift. Ein zweites Schrägrad ift im horizontalen Arme des Bohrftänders gelagert und überträgt durch eine verticale genuhete Welle die Bewegung nach oben. Am Bohrftänder felbft ift der Bohrzeugträger vertical verftellbar angebracht und empfängt die Bewegung mittels zweier Schrägräder, welche ähnlich wie die unteren eingerichtet find.

Zwifchen den letztgenannten Schrägrädern und der Hülfe der Bohrfpindel vermitteln eine kurze horizontale Achfe und ein Paar Stirnräder, die im Verhält­niffe von etwa 1: 3 ftehen, die letzte Ueberfetzung.

Die Hülfe liegt in anziehbaren cylindrifchen Lagern und nimmt die Bohr­fpindel durch diametral gegenüberftehende Nuthen und Federn mit. Die Ver­fchiebung der Bohrfpindel kann mittels der feft mit ihr verbundenen Druck­fchraube und der drehbaren Mutter von Hand oder durch Differenzialräderwerk felbftthätig erfolgen. Die beiden Getriebe des letzteren find durch excen­trifchen Bolzen ausrückbar. Das Differenzialräderwerk gibt zwar einen fehr gleichmässigen kontinuirlichen Vorfchub, geftattet aber keine Variation des felben.

In Verbindung mit dem Rahmen oder Geftell des Bohrftänders fteht die Auffpannplatte dadurch, dafs beide an den Ecken verfchraubt find. Entfprechend dem Bohrftänder ift auf derfelben ein verftellbares Lager angebracht, welches leicht in die mit der Bohrfpindel correfpondirende Stellung gebracht werden kann, und ihr dann als Stütze dient. Die Arbeitsftücke werden meift zwifchen dem Bohrftänder und dem Lager aufgefpannt, es kann jedoch auch das letztere zur Verfteifung der Bohrfpindel vor dem zu bohrenden Gegenftande aufgeftellt und dann mit dem freien Spindelende gebohrt werden.

Zum Abdrehen von Flangen ift auf der Bohrfpindel ein Doppelarm ver­fchiebbar aufgefteckt, deffen Nabe im Lager geführt ift. Steuerfterne und ein unterhalb vorgefehener verftellbarer Anfchlag bewirken den radialen Vorfchub der in die Mefferhalter eingefpannten Werkzeuge; für den horizontalen Vorfchub kann die nur auf Fig. 68 fichtbare, am Fufse des Lagers angebrachte Stell­fchraube dienen.

Wandbohrmaſchine.

Die Wandbohrmaschine, Fig. 71, Taf. XX ift ein ftarkes und einfaches Werk­zeug, intereffant durch die Anwendung befonderer Füfse. Die Ausladung der Bohr­fpindel von der Wand wird in der Praxis oft ganz verfchieden grofs verlangt und es ift für den Conftructeur die leichtefte Art, diefen mannigfachen An­forderungen dadurch zu entfprechen, dafs er derartige Füfse oder Zwifchenftücke einfchaltet, deren Veränderung von Fall zu Fall fchnell und billig möglich ist, während die Abänderung eines ganzen Bohrmaſchinenmodelles unverhältnifs­mäfsigen Aufenthalt und Koften verurfacht.

Wir glauben bei der Einfachheit des Gegenftandes und der Deutlichkeit unferer Zeichnung der fpeciellen Befchreibung enthoben zu fein; erwähnen noch­mals, dafs die Ausführung aller Maſchinen eine mittelgute war, und gehen zu unferem nächsten Ausfteller über.

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