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Maschinen zur Bearbeitung der Metalle : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Carl Pfaff
Entstehung
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Carl Pfaff.

D. New& Co. Nottingham.

Diefe Firma hatte eine folche Menge von Werkzeugmafchinen auf engem Raume ausgeftellt, dafs einzelne nur fchwer zu befichtigen waren und die über­häufte ungeordnete Collection den Eindruck eines Jahrmarktstandes machte. Hie­von abgefehen, bot die Ausstellung der jungen, aber im Ganzen emporftrebenden Firma einiges Intereffe und wir wählen zur Befchreibung eine Drehbank, eine Achfendrehbank, eine Räderdrehbank, eine Hobelmafchine und eine Radialbohr­mafchine aus.

Suportdrehbank.

Die Drehbank, Fig. 72, Taf. XX hatte 130 Millimeter Spitzenhöhe, Räder­überfetzung und gekröpfte Wange mit Einlegplatte. Der Spindelftock war der gewöhnliche mit konifchen Lagern und das Aufftecken der Wechfelräder erfolgte auf der Hülfe einer Reverfirvorrichtung, durch welche das Egalifiren vor- und rückwärts, fowie das Schneiden rechter und linker Gewinde ermöglicht wurde.

Wir müffen hier bemerken, dafs diefe Art von Reverfirvorrichtung zwar fehr vertheilhaft für das gewöhnliche felbftthätige Drehen, dagegen fehr ungün­ftig für das Schraubenfchneiden ift, indem zu viele fchwache Theile in der Verbindung mit der Leitfpindel auftreten. Das Rädervorgelege des Spindelftockes war durch Excenterbewegung ausrückbar. Eine zweite felbftthätige Bewegung für den Suport, wie wir fie bei Hind fanden, war hier nicht vorhanden, und wir erklären unumwunden, dafs wir eine folche Complication auch in den meiften Fällen für ganz unnöthig halten.

Der Reitftock war nicht zum Konifchdrehen verfchiebbar, der Stofs des­felben wurde durch Druckftück und Schraube feft geftellt. Der Suport konnte vom Schlitten entfernt und letzterer, ganz frei gemacht, zum Auffpannen von Arbeits­ftücken verwendet werden. Die ganze Drehbank war gut proportionirt aber gewöhnlich.

Achfendrehbank.

Die Achfendrehbank, Fig. 73, Tafel XXI ift beftimmt, Achfen von Eifen­bahnfahrzeugen an beiden Enden zugleich zu bearbeiten. Die Achfen werden zwifchen feften Spitzen eingefpannt und von der fie umgebenden Hülfe in der Mitte angetrieben.

Bei unferer Mafchine begegneten wir zum erften Male dem gut aus­gebildeten, feitwärts angebrachten Antrieb mit Räderüberfetzung

Whitworth hat fchon früher einen ähnlichen Antrieb ausgeführt, welcher aber nur eine Ueberfetzung und nur die zum Ausfchroppen und Vordrehen der Achslager nöthigen Gefchwindigkeiten darbot.

Das Fertigdrehen, Ausfchlichten und Ueberfeilen der Achfen konnte bei diefer Einrichtung nur unter den ungünftigften Bedingungen vorgenommen werden. Es mag diefs in Werkstätten, welche nur neue Achfen erzeugen, defshalb ganz gut angehen, weil die fortwährend gleiche Arbeit leicht auf zwei ver­fchiedene Bänke vertheilt werden kann. In Reparaturwerkftätten aber ift diefs fchon wegen der befchränkten Zahl der Werkzeugmafchinen nicht gut ftatthaft und würde bei dem vereinzelten Auftreten der Arbeiten diefe fehr vertheuern Es ift defshalb der vorliegende Antrieb als eine entfchiedene Verbefferung anzu­fehen, indem er die verfchiedenen zum Ausfchroppen und zum Fertigmachen nöthigen Gefchwindigkeiten gibt.

Wenden wir uns zu unferer Figur, fo fehen wir am Ende der Drehbank einen Anbau mit der vollſtändigen Ueberfetzung eines Spindelftockes. Das Rädervorgelege ift durch Excenter auslösbar. Die Antriebsachfe geht innerhalb des Bettes bis in die Mitte, wo fie wieder gelagert ift und ein Getriebe trägt, das