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Maschinen zur Bearbeitung der Metalle : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Carl Pfaff
Entstehung
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Carl Pfaff.

Schweiz, Belgien, Frankreich.

Die Schweiz, Belgien und Frankreich waren in unferem fpeciellen Fache leider numerifch fo fchwach vertreten, dafs wir uns genöthigt fehen, diefe Länder collectiv anzuführen, wozu uns wohl auch der Umftand berechtigt, dafs ihre Mafchineninduftrie auf gleich hoher Entwicklungsftufe fteht.

J. J. Rieter& Co. Winterthur. Schweiz.

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Die von diefer alten, rühmlichft bekannten Firma ausgeftellten Werkzeug­mafchinen waren fämmtlich von grofser Vollkommenheit und fchöner Durch­bildung in der Form, was um fo beachtenswerther ift, als gerade diefe Firma derartige Mafchinen nicht als alleinige Specialität baut, fondern fich haupt­fächlich mit der Anlage von Wafferwerken, Spinnereien u. dgl. befafst.

J. J. Rieter& Co. ftellten folgende Werkzeugmafchinen aus: Eine Band fäge für Eifen, eine grofse Langlochbohrmaſchine, eine Hobelmafchine, eine Radialbohrmaſchine und eine Fraismafchine.

Bandfäge zum Schneiden von Metallen.

Die in Fig. 78, Taf. XXIII dargestellte Bandfäge hatte denfelben Zweck, wie die bereits befchriebene englifche, war auch in faft gleicher Gröfse ausgeführt und unterfchied fich von diefer nur durch einzelne Conftructions details. So hatte beiſpielsweife der Ständer eine fchlankere Form und die Räderüberfetzung zum Antrieb der untern Sägenrolle zeigte eine von der englifchen abweichende Anordnung. Die Spannung des Sägeblattes gefchah bei unferer Mafchine mittels eines Hebels und einer eingefchalteten Federbüchfe. Zur Auflage der zu fchneidenden Bleche waren kleine Unterlagen( Fig. 79), die je aus einer Anzahl von zwifchen zwei Blechen gefafsten Kugeln beftanden, beigegeben, welche eine leichte Handhabung und Bewegung derfelben ermöglichten.

Wir kennen zwar derartige Bandfägen zum Schneiden von Metallen noch nicht aus eigener Erfahrung, zweifeln aber keineswegs an ihrer praktischen Verwendbarkeit.

Langlochbohrmaschine.

Die Langlochbohrmafchine, Fig. 80, Taf. XXIV ift für gröfsere, ungewöhn­lich geformte Mafchinenbeftandtheile beftimmt, wefshalb fie am Rande einer Grube placirt ift und ein fehr tiefes Herablaffen des Tifches geftattet. Auch die Form des Ständers deutet auf die erwähnte Beftimmung hin, indem derfelbe zweiarmig ift und wie aus der Figur erfichtlich in der Mitte eine grofse Oeffnung freiläfst. Die fefte Verbindung der beiden Arme erfolgt oberhalb durch ein ftarkes, mit Führungsprismen verfehenes Querftück, unterhalb aber durch eine Winkelrippe. Auf dem Quertheil wird der Bohrzeugträger durch den bekannten Mechanismus hin und herbewegt.