Dokument 
Maschinen zur Bearbeitung der Metalle : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Carl Pfaff
Entstehung
Seite
75
Einzelbild herunterladen

Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle.

75

in axialer Richtung dem Spahne entgegengefchoben, beim Fraifen aber verfchiebt fich das Bohrfpindelmitttel horizontal oder vertical und die Spindel felbft wird in axialer Richtung am gleichen Platze gehalten.

Die Bewegung wird durch eine fünffache Stufenfcheibe mit auslösbarer Räderüberfetzung aufgenommen und durch eine lange genuthete Welle, welche am Fufse des Bettes hinläuft, fowie durch ein paar Schrägräder auf die verticale Welle des Bohrftänders übertragen. Der Bohrzeugträger hat ähnliche Schräg­räder in gleitender Verbindung mit der verticalen Welle, durch welche eine hori­zontale Achfe und endlich durch Getriebe und Stirnrad die Bohrfpindel in Betrieb gefetzt werden.

Die zuerft erwähnte lange genuthete Welle überträgt aber ferner durch eine Reverfirvorrichtung mit Schrägrädern ihre Bewegung auf die am Ende des Bettes angebrachten Wechfelräder, welche fowohl die Schraubenfpindel zur hori­zontalen Verftellung des Bohrftänders, als auch die zur verticalen des Bohrzeug­trägers in Bewegung fetzen können. Erftere wird direct, letztere durch eine im Bett liegende horizontale Welle und Schrägräder angetrieben. Das ganze Räder­werk am Ende des Bettes kann durch Ausrückung der Reverfirvorrichtung ftill­gefetzt werden, wie diefs immer während des Bohrens gefchieht. Beim Einftellen der Mafchine und beim Fraisen aber, wo diefe Ausrückung nicht angewendet werden kann, werden die beiden Räder, welche die Schraubenfpindeln treiben, durch Aus- und Einrücken einer Klauenkuppelung in oder aufser Dienft gefetzt. Beide Verftellungen können auch von Hand erfolgen. Die Bohrfpindel und ihre Steuerung hat ganz diefelbe Einrichtung, wie wir fie bei der Mafchine von Hind & Son befprochen, nur ift das Differenzialräderwerk hier beffer ausgebildet, in­dem es zwei Gefchwindigkeiten für Vorwärts und zwei für Rückwärts darbietet. Wir können von der Mafchine fagen, dafs fie fehr leiftungsfähig und fchön, aber wohl etwas zu grofs und fchwer gerathen war.

Tyresbohrmafchine.

Wir erwähnen fchliesslich noch die Tyresbohrmaſchine, Fig. 106( Tafel XLVI, obwohl wir diefelbe nicht loben können. Sie befitzt die Einrichtung zur Verdrehung der Bohrfpindel, fo dafs fowohl von innen als von aufsen gebohrt wer den kann. So löblich an fich der Verfuch ift, diefer Aufgabe zu genügen, fo wenig kann die hier durchgeführte Löfung als glücklich bezeichnet werden, und wir müffen die vorliegende Mafchine als weit unter der von Sharp Stewart & Co. für einen ähnlichen Zweck ausgeftellten bezeichnen.

Die Räderpaare werden hier vermittels ihrer Achfen eingelagert, erfordern daher zu beiden Seiten der Mafchine tiefe, unbequeme Gruben und find ohne befondere Hebzeuge nicht zu handhaben. Aufserdem bringt diefes Einlagerungs­fyftem ein öfteres und namhaftes Verftellen des Bohrzeugträgers in verticaler Richtung mit fich. Das Bohren von innen erfolgt von unten nach oben, fo dafs der Bohrer unmöglich die zu entsprechender Leiftung erforderliche Schmierung erhalten kann. Am meisten befremdet aber die fchwächliche Ausführung der Bohrfpindel und ihrer Schrägräder, welche in gar keinem Verhältniffe zu den übrigen mehr als reichlich bemeffenen Dimenfionen der Mafchine fteht und eine flotte Arbeit überhaupt nicht zuläfst, fo dafs der Vortheil, von aufsen bohren zu können, vollſtändig illuforifch gemacht wird.

Deutfche Werkzeugmafchinenfabrik, vormals Sondermann& Stier in Chemnitz.

Von diefer Firma waren nur zwei Specialmafchinen ausgeftellt, welche die Bearbeitung gefchmiedeter Locomotivräder zum Zwecke hatten, und zwar folcher mit fchmiedeeifernen Naben. Bei der Herftellung derartiger Räder ift es nicht