86
Carl Pfaff.
ftocke angebracht, um ihn zum Konifchdrehen verfchieben zu können. Bei Handdrehbänken hätte eine folche keinen Sinn.
Die felbftthätige Eigenfchaft, jedoch nur zum Egalifiren und Plandrehen, kann einer Drehbank auch durch Anwendung von Zahnftange und Schnecke gegeben werden, wobei in der Regel Reverfirvorrichtungen eingefchaltet find. Will man die Leitfpindel befonders fchonen und fie nur zum Schraubenfchneiden verwenden, fo kann endlich eine Drehbank mit einer folchen und einem Selbftgang, durch Zahnftange und Schnecke verfehen, und mit diefen abwechfelnd betrieben werden.
Zum Bohren mittels Spitzbohrer, Kanonenbohrer oder Bohrftangen richtet Ducommun feine Reitftöcke mit befonders langen Hülfen und Stöfsen ein und bringt eine durch Kettenfchaltwerk felbftthätige Vorrückung an.
Diefes Arrangement kann auf allen Drehbänken angebracht werden, ebenfo können diefelben gerade oder gekröpfte Wangen haben. Wenn wir fchliefslich noch erwähnen, dafs die Betten auch beim Spindelftocke ganz abgefchnitten und in verfchiedener Weife verfchiebbar gemacht werden können, fo haben wir eine Ueberficht der Veränderungen gegeben, welche mit einer Drehbank von übrigens gleicher Spitzenhöhe und Drehlänge vorgenommen werden können.
Eine der ausgeftellten Drehbänke war in ihre Theile zerlegt, und zeigte die ausgezeichnete und forgfältige Ausführung derfelben. Die Spindel des Spindelftockes war im Einfatz gehärtet, in den Lagern glashart und vollkommen rund gefchliffen. Der Stofs des Reitftockes war in der ausgefchliffenen Hülfe mit einem Minimum von Spielraum und Reibung eingepafst, die Ueberfetzungsräder mit fchöner Cykloidenverzahnung verfehen, welche noch mit der Gufshaut ohne Nacharbeit ausgezeichnet ruhig und geräufchios arbeitete. Rein gefchnittene Gewinde und Muttern, ohne Schlottern und todten Gang, ausgezeichneter Schlufs aller Suporttheile und der Schlittenführung, häufige Verwendung von eingefetztem Schmiedeeifen, fowie überhaupt vorzüglicher und reiner Materialien vereinigten fich mit der gut durchdachten Conftruction zu einer harmonifchen vollkommenen Ausführung.
Zur Befchreibung der allgemeinen Details übergehend, finden wir an Ducommun's Spindelftock cylindrifche Lager mit rückwärts in einem Querftück angebrachter Druckfchraube. Für die zum Aufftecken der Wechfelräder oder anderer Selbftgangorgane nöthige Uebertragungsachfe ift das Querftück mit einer Lagerhülfe verfehen. Die Lagerfutter der Spindel find cylindrifch eingepafst und durch vorfpringende Nafen am Drehen verhindert. Hiemit ift eine wichtige Verbefferung der cylindrifchen Lager überhaupt eingeführt, indem es möglich wird, die Lage der Spindel mit den geringften Koften ftets richtig zu erhalten. Die Bohrungen im Körper des Spindelftockes, welche die Lagerfutter aufnehmen, find nämlich von Haus aus vollkommen genau und richtig gemacht, das heifst fie liegen in der geometrifchen Achfe der Drehbank. Wenn fich nun die Lagerfutter nach längerem Gebrauche ausnützen und zu weit werden, fo braucht man nur neue einzulegen, was aufserordentlich leicht geht, da fie ganz auf der Drehbank vollendet werden können. Hierauf ift die letztere hinsichtlich der Lagerung der Spindel wieder fo gut und richtig wie im neuen Zuftande. Die Koften diefer Operation find nicht bedeutend, weil das Material der alten Lagerfchalen wefentfich zum Erſatze beiträgt, und ihr Erfolg ift jedenfalls ficherer, als der des Unterlegens rechteckig eingepafster Lagerfchalen. Die Räderüberfetzung des Spindelftockes ift durch Excenterwelle auslösbar, demnach der möglichft gröfste Raum für die gute Ausbildung der Stufenfcheibe verwendet.
Der Spindelftock felbft fitzt auf der Wange nicht mittels eingepafster Rippe feft, fondern hat zu feiner Regulirung Schrauben, welche durch eine ftarke Mittelrippe gehen, und fich gegen die inneren Kanten des Bettes anftemmen. Auf diefe Weife ift es leicht, ihn richtig und parallel zur geometrifchen Achfe der Drehbank einzuftellen.