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Maschinen zur Bearbeitung der Metalle : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Carl Pfaff
Entstehung
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Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle.

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Der Reitftock hat die gewöhnliche engliſche Form und ift zur Feftftellung des Stofses am vorderen Ende der Hülfe aufgefchlitzt und mit Anzugfchraube verfehen. Wenn er zum Konifchdrehen verftellbar ift, fo fteht er auf einer Platte mit zwei prismatifchen Leiften, welche in gewöhnlicher Art zwifchen die inneren Kanten der Wange eingepasst und mit einer Schraube zur Verfchiebung des Reit­ftockes verfehen ift.

In Fig. 130, Taf. LII bringen wir die einfache Handfuportdrehbank, das Grundmodell, zur Darstellung. Die punktirten Linien zeigen das Kettenfchalt werk und die eventuelle Kröpfung der Wange an. Nach dem fchon oben Gefagten ift es nicht nöthig, noch mehr über diefe Drehbank anzuführen, und wir fchreiten fogleich zu der felbftthätigen Drehbank, Fig. 131, Taf. LII. Sie befitzt eine Leit­fpindel, welche innerhalb des Bettes liegt. Diefe Anordnung ift charakteriftifch bei den Ateliers Ducommun und wird von ihnen auch bei den gekröpften Betten nicht ohne Schwierigkeiten feftgehalten. Es läfst fich wohl fchwerlich feftftellen, ob diefelbe beffer ift als die äufsere Lage der Leitfpindel, da die mittlere Diftanz vom Leitfpindelmittel bis zur Schneide des Stahles in beiden Fällen gleichgrofs wird, alfo der Angriff der Kraft gegenüber dem Widerftande unter ganz ähnlichen Bedingungen erfolgt. Es kann nur zu Gunften der Mittel lage angeführt werden, dafs die Kraft mehr fymmetriſch zu den beiden Prismen des Schlittens wirkt, was jedoch bei nur einigermassen genügender Länge desfelben nicht von Werth zu fein fcheint. Dagegen behindert die im Innern des Bettes angebrachte Leitfpindel, um welche herum auch noch Raum für das Paffiren der geöffneten Mutter fein mufs, die Anbringung hoch heraufgehender Querverbin­dungen. Um letztere genügend ausbilden zu können und ein hinreichend fteifes Bett zu erhalten, mufs diefes viel höher gemacht werden, als ein folches mit aufsenliegender Leitfpindel, deffen Querverbindungen bis dicht unter die Ober­fläche heraufgehen. Auch ift es viel fchwerer, eine innenliegende Leitfpindel rein zu erhalten, als eine aufsenliegende, dagegen ift aber ohne Zweifel das Anfehen einer Drehbank mit erfterer viel glätter und eleganter.

Die Mutter der Leitfpindel befteht aus zwei Theilen, die fich in hebel förmigen Armen befinden, und mit diefen durch Hebel und excentrifch gefchlitztem Wirbel geöffnet und gefchloffen werden. Der Handgriff hiezu ift links am Schlitten fichtbar. Rechts an demfelben befindet fich die Welle für den Hand­transport, welche auf eine Stirnradüberfetzung rückwärts am Schlitten, und durch diefe auf die Zahnftange wirkt, welche mit den Zähnen nach unten angefchraubt ift, um fich nicht durch Spähne zu verftopfen. Unfere nächfte Fig. 132, Taf. LII, zeigt eine der complicirteren Modificationen des Grundmodelles. Sie hat ein gekröpftes Bett, und um die innenliegende Leitfpindel möglich zu machen, eine befondere, unter diefer durchgehende Uebertragungsachfe, welche beim Spindel­ftock die gewöhnliche Scheere mit Wechfelrädern, rückwärts eine einfache Stirn radüberfetzung trägt. Aufser der Leitfpindel ift unfere Drehbank aber auch noch mit dem Selbftgang durch Zahnftange und Schnecke ausgerüftet, welcher zum Egalifiren und Plandrehen verwandt und deffen Bewegungen durch Reverfirvor­richtung umgekehrt werden können. Die Anordnung eines folchen dürfen wir als bekannt vorausfetzen, und erwähnen nur, dafs die hier angewandte Reverfirvor­richtung aus drei Schrägrädern gebildet ift und durch den vorn am Spindelftocke angebrachten Handhebel umgefteuert wird. Beim Gebrauche von Zahnftange und Schnecke wird ftatt des erften Wechfelrades eine kleine zweiftufige Riemenfcheibe aufgefteckt, deren Riemen auf eine correfpondirende unten am Fußse des Bettes geht, welche fich, mit einer drei- und vierftufigen Scheibe verbunden, auf feftem Zapfen dreht. Von der letzteren Stufenfcheibe geht der Riemen auf die der Schneckenwelle und es werden durch diefes Arrangement gute Riemenlängen und 6 refp. 8 Variationen für die Steuerung gewonnen. Die Bewegungen zum Langdrehen oder Egalifiren und zum Plandrehen werden am Schlitten durch Ver­fchiebung der rückwärts liegenden Räder eingeleitet, abgeftellt oder gewechfelt,