88
Carl Pfaff.
und find zu diefem Zwecke Zugftangen vorhanden, die den Schlitten durchfetzen. und vorn mit Zahnftangen verfehen find, welche durch Getriebe bewegt werden, deren Handgriffe unter dem Schlitten herabhängen. Diefe Einrichtung ift für den Dreher fehr bequem, bietet den Vortheil, dafs keine Räder oder fonftige Theile vorhanden find, welche feine Kleider erfaffen könnten, und fieht fehr nett aus.
Der Reitftock ift durch bedeutend verlängerte Hülfe und ftählernen, forg. fältig eingepafsten Stofs zum Bohren eingerichtet. Er trägt hinter feinem Handrade ein kleineres Stirnrad mit Ratfchenhebel zum felbftthätigen Vorfchub. Um das Kettenfchaltwerk zu betreiben, wird der Kurbelzapfen benützt, welcher in der bereits erwähnten zweiftufigen Riemenfcheibe angebracht ift. Die Spindel im Spindelftocke ift an ihrem vorderen Ende auf eine gewiffe Länge ausgebohrt.. Sie erhält paffende Einfätze und kann alsdann als Führung für eine Bohrftange dienen.
Indem wir noch auf die zufammengefetzten Klauen der Univerfalplanfcheibe aufmerkfam machen, welche eine grofse Variation für das rafche Auffpannen bieten, glauben wir die Befprechung der Drehbänke fchliefsen zu müffen. An fie anfchliefsend können wir die Bänke zur Schraubenfabrication, Revolverbänke, anführen, welche nach dem Mufter der Brown& Sharpe Manufacturing Co. gebaut und in zwei Exemplaren ausgeftellt waren. Ihre Conftruction wich von der amerikanifchen nicht wefentlich ab ihre Ausführung war ausgezeichnet und ftand eher über dem Mufter als unter demfelben.
Ebenfalls in zwei Gröfsen waren Schraubenfchneidmafchinen, Syftem Reifs, zur Expofition gebracht. Diefe fchneiden Schrauben von 60 refp. 30 Millimeter Durchmeffer auf einen Schnitt mittels einer Kluppe, welche vier ftellbare Backen. enthält. Der charakteriftifche Unterfchied zwifchen dem Syfteme Reifs und den gewöhnlichen befteht aber darin, dafs bei ihm die Kluppe vermittels eines am Bett geführten Schlittens, einer Leitfpindel und Wechfelradüberfetzung in der Steigung des zu fchneidenden Gewindes vorwärts bewegt wird, während es bei den gewöhnlichen, dem frifch gefchnittenen Gewinde felbft überlaffen ift, die Kluppe mit ihrem Schlitten, oder wie bei Sellers das Arbeitsftück mit der Einfpannvorrichtung nach fich zu ziehen. Auch werden bei Reifs die zu fchneidenden Schrauben meift zwifchen Spitzen eingespannt, zu welchem Ende jede Mafchine einen Reitftock enthält. Der Schlitten kann von Hand rafch zurückbewegt werden, fobald die Schneidbacken geöffnet find, was durch Schrauben mit rechtem und linkem Gewinde gleichzeitig gefchieht. Ein Zeiger am Handrade fichert ihnen die richtige Stellung beim Schliefsen. Die Spindel ift durchbohrt, um auch längere Schrauben paffiren zu laffen. Zur Schmierung, fowie zum Auffangen der überflüffigen Schmiermittel find geeignete Gefäfse angebracht. Die Mafchine, Syftem Reifs, ift mit der Abficht gebaut, genaue Gewinde auf vorgedrehte Schrauben zu fchneiden, welche namentlich mit den bereits gedrehten Theilen concentrifch find, und erfüllt diefen Zweck auf das vollkommenfte.
Freiftehende Bohrmaſchine.
Die freiftehende Bohrmaſchine, Fig. 133, Taf. LIII, befitzt doppelte Räderüberfetzung, welche durch Excenterwelle auslösbar ift. Die Bohrfpindel liegt in einer langen Hülfe, welche in fchmiedeeifernen, gehärteten Büchfen in den Armen des Ständers gelagert ift, und kann fich in diefer Hülfe verfchieben.
Sie ift durch einen Hebel mit Gegengewicht ausbalancirt und in nachftellbarer Verbindung mit einer Zahnftange, durch welche ihre verticale Bewegung vermittelt wird. Diefelbe kann von Hand oder durch die doppelte, an der unteren Stelle auslösbare Schneckenüberfetzung erfolgen, welche letztere von den beiden fünfftufigen Riemenfcheiben mit reichlicher Variation betrieben wird.
Der Tifch ift mittels Schraubenfpindel vertical verftellbar und kann fehr weit herabgebracht werden. Er trägt einen completen Kreuzfuport mit drehbarer