Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle.
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Tifchplatte von einer bei Nuthftofsmafchinen gebräuchlichen Einrichtung, und zwar zu dem Zwecke, um die Mafchine auch zum Fraifen benützen zu können, was zum Beiſpiel bei der Herstellung der Steuerungstheile von Locomotiven fehr erwünſcht ift. Ausserdem enthält der Tifch noch eine auswechfelbare Führung für etwaige Bohrftangen.
Die ganze Mafchine ift für ihre Gröfse recht kräftig, und kann zwar nicht als Mufter eines einfachen, recht gut aber als das eines Präcifionswerkzeuges dienen. Aufser ihr enthielt unfere Ausftellung noch eine kleinere, freiftehende Bohrmaſchine mit abgedrehter Säule und einem Tifche, welcher vertical verftellt, aber auch um die Säule gedreht werden konnte. Derfelbe enthielt auf einer Seite eine glatte Tifchplatte mit Schlitzen und Führung für Bohrftangen, auf der andern einen grofsen Parallelfchraubftock zum Einfpannen von Gegenständen. Wir haben fchon früher bei Dandoy Mailliard Lucq& Co. unter Fig. 87, Taf. XXIX eine ähnliche Conftruction befchrieben, und erwähnen fie hier nochmals, weil fie in Frankreich und Belgien fehr beliebt ift, brauchen aber wohl kaum hinzuzufetzen, dafs die aus den Ateliers Ducommun ftammende in Conftruction, Form und Ausführung fehr fchön und exact war, während oben. angezogene Mafchine mit dem Hauptaugenmerk auf Wohlfeilheit zu Stande kam. Es ift uns unmöglich, fämmtliche von unferen Ausftellern gebrachte Mafchinen zu befprechen, wir erwähnen daher von den Hobelmaschinen nur, dafs fie mit Zahnftangenantrieb und fehr fchön gegoffenen Ueberfetzungsrädern verfehen waren, und dafs die Laufprismen ihrer Tifche aus befonders dichtem und reinem Gufseifen hergeſtellt und angefchraubt waren. Bei der gröfseren Stofsmafchine fand dasfelbe hinfichtlich des Stofses und feiner Führung ftatt. Die Kurbelfcheibe war mit der Antriebsachfe aus einem Stücke gefchmiedet und die Lagerftellen der letzteren im Einfatz gehärtet und gefchliffen.
Kleine Stofsmafchine.
Wir bringen die kleine Stofsmafchine in Fig. 134, Taf. LIV, zur Darftellung. Sie iſt zur Bearbeitung kleiner Beftandtheile beftimmt und hat nur 100 Millimeter gröfsten Hub. Ihre Ausladung beträgt bis zur Stahlfchneide 260 Millimeter, die Höhe vom Tifche bis unter die Führung 220 Millimeter. Sie ift ohne Räderüberfetzung, hat aber rafchen Rückgang des Stofses durch Whitworth'fche Schleife und in der Stufenfcheibe angegoffenen Schwungring. Die Achfe fammt Kurbelfcheibe ift ebenfalls aus einem Stücke gefchmiedet und im Einfatze gehärtet. Sie läuft mit verftärkter Lagerftelle am vorderen Ende in einer gleichfalls gehärteten Büchfe. Dagegen hat die Kurbelfcheibe an ihrem äusseren Umfange keine Anlage. Die Führung des Stofses geht in der ganzen Länge durch und ift aus befonders dichtem Gufseifen hergeftellt. Der Stofs kann durch eine Schraubenfpindel höher und tiefer geftellt werden, und empfängt das Meffer oder den Stahl durch zwei in Schlitzen gehende Bügel mit ftarken Stellfchrauben. Der Tifch ist mit Kreuzbewegung und einer runden Auffpannplatte ausgerüftet, welche durch Schnecke im Kreife bewegt werden kann. Sämmtliche Bewegungen können felbftthätig in beiden Richtungen ausgeführt werden und zwar durch einen Steuerungsmechanismus, welcher dem von Sharp nachgebildet ift. Um das hiebei, namentlich bei rafchem Gange auftretende, durch die Schwungkraft. der Beftandtheile hervorgebrachte Vorauslaufen in Etwas zu mildern, ift die Steuerungsachfe an ihrem rückwärtigen Lager mit Federanzug verfehen, welcher eine geeignete Bremfung hervorruft.
Lochmafchine und Scheere.
Ganz eigenthümlich ift die ausgeftellte Lochmaschine und Scheere, Fig. 135, Taf. LV. Sie befitzt einen einfachen, fchön gefchwung en en Ständer,