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Maschinen zur Bearbeitung der Metalle : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Carl Pfaff
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Carl Pfaff.

welcher fich in feiner Form der theorefifchen mit möglichfter Treue anfchliefst, hat eine fehr grofse Ausladung und kann durch Auswechfeln der arbeitenden Organe abwechfelnd in eine Scheere und in eine Lochmafchine verwandelt werden. Der Stofs ift breit und kräftig entwickelt, und wird durch eine lange Druckftange von der ftählernen Excenterachfe betrieben, welche ihrerfeits den Ständer durchfetzt und rückwärts ein ftarkes Ueberfetzungsrad trägt, während fie vorn in gehärteter Lagerbüchfe läuft. Ein Gegengewichtshebel balancirt den Stofs mit Zugtendenz nach oben und eine verfchiebbare Druckplatte dient, wenn ausgezogen, zur Ausrückung der Bewegung. Da der Stofs durch das Gegen­gewicht, fortwährend nach oben gezogen, fich bei ausgezogener Druckplatte dennoch an die Druckftange anlegen und ihre Bewegung mitmachen würde, was z. B. beim Auswechfeln oder Richten der arbeitenden Organe hinderlich wäre, fo ift noch ein befonderer Hebel angebracht, der mit einem Daumen einfallen und diefe Bewegung des Stofses vollkommen hintanhalten kann. Unfere Mafchine war beftimmt, Bleche von 20 Millimeter Dicke mit Löchern von gleichem Durchmeffer zu lochen, und Bleche bis 15 Millimeter Dicke zu fchneiden. Die Ausladung betrug beim Lochen 450 Millimeter, beim Schneiden 500 Millimeter.

Fraismafchinen.

Die verticale Fraismafchine Fig. 136, Taf. LVI ift ein fehr fchönes Prä­cifionswerkzeug und ganz abweichend von den amerikaniſchen Mafchinen gleicher Beftimmung gebaut. Sie hat eine verticale, in einem langen verftellbaren Lager gut geführte Spindel, welche fich in einer Büchfe am oberen Arme des Ständers verfchieben kann und von diefer die drehende Bewegung empfängt. Die zu bearbeitenden Gegenftände werden auf den langen Suporttifch unter der Spindel angespannt, und zwar direct mittels Schraubftockes oder zwifchen einen Spitzen­apparat mit Theilvorrichtung. Die Fraifer kommen in das untere Ende der ver­ticalen Spindel. Sowohl die verticale Verftellung des Tifches, als auch die hori­zontalen feiner Kreuzfuporttheile können durch ftellbare Anfchläge mit fein­gängigen und feftftellbaren Schrauben begrenzt werden. Die verticale Verfchie­bung des Spindellagers wird es in gleicher Weife, jedoch mit Intervention einer Mikrometerfchraube, welche die Einftellung von 1/10 Millimeter geftattet.

Sowohl die verticale Fraifenfpindel als auch der Auffpanntifch haben felbftthätige Bewegungen, welche durch runde Schnüre übertragen werden. Die Schnur zum Antrieb der felbftthätigen Tifchbewegung geht von der Fraifenfpindel über zwei Leitrollen auf eine Stufenrolle; für die verticale Bewegung der Fraifen­fpindel ift eine Leitrolle des Hauptantriebsriemens in ihrer Nabe verlängert und mit einer kleinen Schnurrolle verfehen, von welcher eine ähnliche auf der hori­zontalen Achfe des getheilten Handrades getrieben wird. Genannte Achfe fetzt fich in das Innere des Ständers fort, und trägt dort eine Schnecke, aufsen aber ein Ueberfetzungsrad, welches mit einem gleichen auf paralleler kurzer Achfe im Eingriff fteht. Letztere liegt im Mittel der Stellfpindel und trägt ein Kegelrad, welches in und aufser Eingriff mit einem ähnlichen Kegelrade gebracht werden kann, das auf der Stellfpindel verfchiebbar und durch feine Nabe mit einem Schneckenrade verbunden ift. Durch einen Handhebel kann nun entweder das Kegelräderpaar oder das Schneckenrad mit der Schnecke in Verbindung gebracht, und fo eine rafche und eine langfame verticale Bewegung der Fraifen fpindel erzielt werden.

Die Schnur für die felbftthätige Längenbewegung des Tifches geht von der Stufenrolle auf eine gleiche am Fufse des Ständers, und treibt eine horizon­tale Achfe, welche eine verticale durch Kegelräder antreibt, die zur Umfteuerung eingerichtet find. Die verticale Achfe wird oberhalb durch die Nabe eines Kegel­rades im Arme des Tifches geführt, in welcher fie gleiten kann, und treibt endlich durch die Kegelräder eine horizontale Welle, welche fich in der zwifchen den