Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle.
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feften Lagern gehaltenen Schnecke verfchieben kann. Von der letzteren wird durch geeignetes Schneckenrad eine Achfe getrieben, die unter der Auffpannplatte im Suporte parallel zur Stellfpindel liegt, und durch Stirnradüberfetzung die drehbar eingelagerte Mutter bewegt. Die Stellfpindel wird gelinde angezogen, fo dafs fie der Mutter gegenüber feftfteht, aber doch von Hand bewegt werden. kann, wenn eine rafche Verftellung nöthig ift. Durch die Verfchiebbarkeit der beiden Achfen bleibt das Syftem in fteter Verbindung, welches auch immer die Stellung des Tifches fei. Durch die Umfteuerung ift die Bewegung nach vorwärts und rückwärts und durch die Stufenrollen, ift fie es in drei Variationen möglich. Die Anordnung diefer fchönen und viel bewunderten Mafchine ift aus unferer Zeichnung klar erfichtlich.
Die beiden andern ausgeftellten Fraismafchinen hatten horizontale feft. liegende Spindeln mit Riemenantrieb und Tifche, welche in der Einrichtung ganz dem foeben vorgeführten glichen. Der Apparat zum Fraifenfchneiden befafs Univerfalgelenke für die Spindel des fchneidenden Werkzeuges und konnte dasfelbe nach einer Chablone führen, welche die Form des zu erzeugenden Fraifers angab.
Gfchwindt& Co. in Carlsruhe.
Wir folgen nicht nur einem gewiffen Zuge von Süd nach Nord, wenn wir diefe Firma der vorhergehenden anreihen, fondern thun diefs auch in voller Anerkennung ihrer tüchtigen, meift durch den früheren Theilhaber, Friedrich Zimmermann, begründeten Leiftungen. Ihre Ausftellung war zahlreich befchickt und enthielt auch Holzbearbeitungsmafchinen vorzüglicher Qualität, die wir jedoch nur im Vorbeigehen erwähnen.
Drehbänke.
In der Conftruction von Drehbänken verfolgen Gfchwindt& Co. eine Richtung, welche der von Ducommun ähnlich, und wohl dem franzöfifchen Einfluffe zuzufchreiben ift, der fich in Baden mehr als im übrigen Deutſchland geltend macht. Eine kleine Drehbank von beiläufig 160 Millimeter Spitzenhöhe war mit beweglichem Suport verfehen und zum Drehen abgefetzt excenterifcher Querfchnitte eingerichtet, wie folche z. B. bei Gewindebohrern gebraucht werden. Der Suport konnte fich heben und fenken, und that diefs nach dem Impulfe und nach Mafsgabe eines Leitftückes, welches auf einer parallel zum Bette längs deffen rückwärtiger Kante durchlaufenden Welle gleichzeitig mit der Spindel umlief.
Zur Darftellung wählen wir die gröfsere Suportdrehbank, Fig. 137, Tafel LVII, von 300 Millimeter Spitzenhöhe. Der Spindelftock hat cylindrifche rechteckig eingepafste Lager und Druckfchraube in einem kurzen angeg offenen Arme. Zum Aufftecken der Wechfelräder oder anderer Selbftgangsorgane ift eine Uebertragungsachfe vorhanden, welche aber hier durch den rückwärtigen Theil des Spindelftockes hindurchgeht und die treibenden Räder innerhalb desfelben hat. Die Räderüberfetzung des Spindelftockes felbft ift durch excentrifche Achfe auslösbar. Der Reitftock hat durchgehenden Stofs, der mit der Druckfchraube aus einem Stücke ift, und Fixirung durch Zufammenziehen der gefchlitzten Hülfe.
Wir haben diefe Conftruction als typifch bei der Chemnitzer Schule angeführt, es ist aber hier am Platze zu conftatiren, dafs diefelbe bereits früher im Elfass bekannt und beliebt war und wohl von dort nach Deutfchland gekommen fein mag. Das Bett unferer Drehbank ift gerade, fehr kräftig und hat aufsen liegende Leitfpindel in angefchraubten Lagern. Ausserdem ift auch noch ein Selbftgang für das Egalifiren und Plandrehen durch Zahnftange und Schnecke vorhanden, welcher Umfteuerung durch Stirnräder befitzt und zum Gebrauche