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Carl Pfaff.
durch eine an Stelle des erften Wechfelrades aufgefteckte Stufenfcheibe betrieben wird. Der Schlitten ift fehr lang, mit den Organen zur Manipulation der Ueberfetzungsräder des Selbftganges und zum rafchen Handtransporte, fowie mit einer zweitheiligen, fich in Geradführungen öffnenden und fchliefsenden Mutter verfehen. Der kräftig ausgebildete Suport hat an feinem Obertheile eine Vorrichtung zum rafchen Zurückziehen des Stahles beim Schraubenfchneiden, welche im Wefentlichen darin befteht, dafs die eigentliche Stellfpindel in einer Büchfe gelagert ift, auf welcher ein fehr rafch anfteigender Schraubengang gefchnitten ift, der feine Mutter im feften Suporttheil findet, fo dafs durch eine halbe Umdrehung Büchfe, Stellfpindel und Suport- Obertheil um beiläufig 20 Millimeter verfchoben werden. Der Hebel, vermittels deffen die halbe Umdrehung gemacht wird, legt fich nach Vollendung einer folchen in eine federnde Falle und wird von diefer feftgehalten.
Vermittels des feingezahnten Kurbelrades und deffen Sperrkegel wird während der Umdrehung der Lagerbüchfe die Stellfpindel felbft an der Drehung verhindert und später um ein leicht controlirbares Maafs behufs neuen Angriffes des Stahles vorgedreht.
Mutterndrehbank.
Die Mutterndrehbank, Fig. 138, Taf. LVIII, ift nach englifchem Mufter gebaut. Sie befitzt ein hohles, als Kaften für Werkzeuge und Geräthe benütztes Geftell, an welches der Spindelftock und ein confolartiger Fortfatz für den Suport angegoffen find. Die Spindel läuft in cylindrifchen, rechteckig eingepafsten Lagern und hat Druckfchraube in angegoffenem Arme. Der Antrieb erfolgt durch eine kräftige fünfftufige Riemenfcheibe ohne Räderüberfetzung. Die zu drehen-den Muttern werden auf Dorne gefchrubt, welche in einem Univerfal- Klemmfutter eingefpannt find. Da die Spindel hohl ift, können auch Schrauben eingefpannt und an den Köpfen gedreht werden. Das Drehen der Muttern erfordert drei Operationen, u. z.: Herftellung einer ebenen Oberfläche, Abfchrägung derfelben nach aufsen, Abfchrägung innen am Anfange des Gewindes. Hiezu find zwei Stähle eingefpannt, von denen der zur Herftellung der ebenen Oberfläche beftimmte breiter ift als diefe felbft und rückwärts einen zahnartigen Vorsprung befitzt, welcher nach Vollendung der Oberfläche durch Verfchieben des Suportobertheiles die innere Abfchrägung beforgt. Der andere Stahl wirkt nach der entgegengefetzten Verfchiebung des Suports von aufsen nach innen, und befitzt eine der gewünſchten Abfchrägung entfprechende fchrägftehende Schneide. Diefe Operationen find fehr rafch vollendet und es handelt fich nun darum, die auf einer Seite gedrehte Mutter um- oder eine neue einzufpannen. Zu diefem Zwecke wird die Bewegung der Mafchine, welche bisher in der bei Drehbänken üblichen Weife nach vorwärts ftattfand umgekehrt, wobei der mit der Riemenführung verbundene drehbare und für jede Muttergröfse ftellbare Schlüffel fich fenkt, die Mutter erfafst und vom Dorne losfchraubt. Bei der, nun wieder erfol genden Einleitung der früheren Bewegung geht auch der Schlüffel in feine frühere Lage zurück und läfst die Mutter auf ein Gitter in dem rückwärts vom Suporte angebrachten Troge fallen; wobei fie von anhängenden Spänen und Oel befreit wird. Hierauf wird diefelbe oder eine neue gegen den umlaufenden Dorn angedrückt, von feinem Gewinde erfafst und aufgefchraubt, um mit ihm umzulaufen und bearbeitet zu werden. Beim Drehen von Schraubenköpfen haben der drehbare Schlüffel und die Umfteuerung nicht zu functioniren. Die Mafchine mufs vielmehr bei jedem Stücke abgeftellt und das Klemmfutter geöffnet werden.
Shapingmafchine.
Eine fehr nette kleine Shapingmafchine, Fig. 139, Taf. LVII, verdient wegen ihrer gefälligen und compendiöfen Anordnung hervorgehoben zu werden. Auch