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Maschinen zur Bearbeitung der Metalle : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Carl Pfaff
Entstehung
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Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle.

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ANHANG.

Transmiffionsbeftandtheile von Wm. Sellers& Co.

in Philadelphia..

Wir haben fchon bei den übrigen Ausftellungsobjecten genannter Firma erwähnt, dafs fie ein ganz eigenes Syftem für Transmiffionen aufgeftellt hat. Da dasfelbe in Amerika vielfach angewandt und bei uns mit grofser Aufmerksamkeit aufgenommen wurde, jedoch noch nicht allgemein bekannt ift, fo wollen wir es hier in den Hauptgrundzügen kurz befchreiben.

Es befteht der Hauptfache nach in einer neuen Conftruction der Lager und der Kuppelungen. Die Lager von Wm. Sellers& Co. find von Gufseifen, ausgebohrt, aber nicht mit Metall oder Compofition ausgefüttert. Die Erfahrung hat ergeben, dafs fchmale Lager, von was immer für einem Materiale, fchlecht laufen, weil der Flächendruck zu grofs und das Schmiermittel zwifchen den arbeitenden Flächen hinaus gedrückt wird. Während fchmale Lager von Gufs­eifen der Abnützung ganz befonders ausgefetzt find, widerftehen folche von grofser Breite, alfo geringem Drucke auf die Flächeneinheit, auf das vorzüglichfte und find fogar folchen von Metall und Compofitionen vorzuziehen, welche wegen ihrer gröfseren Weichheit leicht fremde Körper: Sand, Staub etc in ihre Ober­flächen aufnehmen, die dann verreibend wirken. Wenn es fich um Mafchinen mit feften, unverrückbaren Ständern handelt, fo hat es gar keine Schwierigkeit, Lager von grofser Länge anzuwenden; fobald diefe aber, wie bei den Transmiffionen, an nachgiebigen, dem Werfen ausgefetzten Holzconftructionen, Säulen, Decken etc. angebracht werden follen, ift ihre Lage nicht mehr gefichert, und es müffen Vorkehrungen getroffen werden, damit die innige und gleichmässige Anlage zwi­fchen Welle und Lager auf der ganzen Länge ftattfinden und eine etwa eingetre­tene Unrichtigkeit corrigirt werden kann.

Diefe Erkentnnifs ift fchon alt, und es wurden mancherlei Conftructionen erdacht, welche den Lagerfchalen die nöthige Beweglichkeit allein oder in Ver­bindung mit Vorrichtungen zum Verftellen ficherten. Es iſt aber das Verdienft von Wm. Sellers& Co., die Frage energifch aufgefafst und ihre Löfung in einem practifch werthvollen Syfteme verkörpert zu haben.

Wir ftellen in Fig. 168 ein Hängelager in Anficht und Durchfchnitt dar. Der Körper des Lagers ift zweiarmig, von kreuzförmigem Querfchnitte und befitzt in diefer Form eine grofse Feftigkeit, ohne fchwer zu werden. In der Mitte befitzt er zwei Stege mit Erweiterungen, in welche Gewinde gefchnitten find, in denen gufseiferne hohle Schrauben vertical verftellt werden können. Diefe find zum Theil cylindrifch, ohne Gewinde gelaffen und können durch Druckfchrauben feft­geftellt werden. An den einander zugekehrten Enden find die gufseifernen Schrauben nach einem Kugelabfchnitte ausgedreht, an den entgegengefetzten haben fie fechseckige Oeffnungen, um durch den Schlüffel erfafst zu werden.

Die Lager find zweitheilig und flach zufammengepafst. Sie befitzen an jeder Hälfte einen Kugelabfchnitt, deffen Radius in der Lagermitte liegt und paffen mit diefem in die gufseifernen Schrauben. An der Verdrehung um die horizontale Achfe find fie durch einen hohen Rand gehindert, welcher den Kugelabfchnitt in paffender Entfernung umgiebt.