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M. B. Rideli.
zwifchen dem Unterftützungspunkte des Rades und dem Angriffpunkte der Kraft zu liegen kommt und die Arbeitskraft neben der Ueberwindung der Reibung auch zur Hebung der Laft herangezogen werden mufs.
Ein Vergleich diefes chinefifchen mit einem in der öfterreichifchen Abtheilung von Jacobfon aus Makow in Galizien ausgeftellten gewöhnlichen Schiebkarren, deffen Rad o 400 Meter im Durchmeffer, die totale Länge 1600 Meter, die Entfernung des Kaftenmittelpunktes von der Achfenmitte o 600 Meter betrug, hat bei der Annahme von 1/20 der Laft als Reibungs- Coëfficienten für die horizontale Bahn bei fonft gleichen Verhältniffen einen Nutzeffect von 123 Kilogramm und für 1/10 Steigung einen folchen von 107 Kilogramm ergeben. Es verhält fich daher die Leiftung diefer beiden Schiebkarren auf horizontaler Bahn wie 123: 1500 oder 1: 12 und bei 1/10 Steigung wie 107: 484 oder 1: 45; in jedem Falle refultirt aber daraus die einigermafsen fchmerzvolle Wahrnehmung, dafs die galizifchen Schiebkarren- Erzeuger beim letzten Völkerturnier von den chinefifchen Fabrikanten um mehrere Nafenlängen total aus dem Felde gefchlagen worden find und nur den Troft übrig haben, nach drei Jahren hoffentlich in Philadelphia diefe Scharte wieder auswetzen zu können.*
Türkei. Die Türkei befchickte die Wiener Weltausftellung mit einem Fuhrwerke, welches, am äufserften Ende der öftlichen Hauptgallerie aufgeftellt, durch die Conftruction fowohl als durch die lebhaften Farben der äufseren Ausftattung einen grofsen Erfolg bei den Befuchern davontrug.
Beim Untergeftelle diefes Wagens mafsen die Vorderräder 110 Meter im Durchmeffer, die rückwärtigen Räder 130 Meter bei einem Radftande von 2 Meter, der Kaften in der totalen Länge von 3:20 Meter, vorne und rückwärts offen, erhob fich über den Boden um 120 Meter auf einer Achsfchale von 0.570 Meter Höhe; das Untergeftell hatte einen hochrothen Anftrich, der Kaften fowohl als die Achsfchalen waren grün, mit vergoldeten Zierathen reichlich gefchmückt und das Ganze mit einem purpurrothen mit goldenen Franfen verfehenen Verdecke überhängt.
Das Einſteigen fand an der offenen rückwärtigen Stirnfeite wegen der bedeutenden Höhe mittelft einer reichverzierten Leiter von 1500 Meter Länge ftatt, welche beim Gebrauche in zwei an der Achsfchale angebrachte Haken eingehängt wurde.
Die reichverzierte Deichfelftange hatte keine Stangenarme, als deren Aequivalent fteckte jedoch ein o 600 Meter breites, als Kutfcherfitz verwendbares Deichfelbret zwifchen dem eichenen Achsftocke und der Achsfchale, welche Bestandtheile fämmtlich durch den entfprechend langen Reibnagel
zufammengehalten wurden.
Diefer Wagen wird von den Türken Araba oder Eküfs Arabaffe genannt und befonders in Kleinafien noch immer als Promenadevehikel für die Haremzöglinge verwendet. Diefem Zwecke entſprechend. ift auch die innere mit Polftern und Teppichen reichlich verfehene Ausftattung eingerichtet. Die Annehmlichkeiten des Fahrens erfcheinen nur infoferne bei der Araba beeinträchtigt, als diefes Fuhrwerk der Wagenfedern vollkommen entbehrt.
Die Araba war für ein Büffelgefpann berechnet und bildeten auch die zwei mit Spiegeln verzierten und meifterhaft gearbeiteten Büffeljoche fammt dem dazugehörigen buntfärbigen Fliegenwedel während der ganzen Dauer der Weltausftellung den Gegenftand einer ungetheilten Bewunderung.
* Die Schubkarren waren den Alten vollkommen unbekannt. Es erhellt diefs auch bei Suetonius, Lib. VI ,, de Caefaribus", wo bei Erwähnung der vom Imperator Nero begonnenen Durchftechung des Ifthmus vor Korinth folgende Stelle vorkommt: ,, Ifthmum perfodere agreffus, primus raftello humum effodit et corbulæ congeftam humeris extulit."
Die auf den Bau der Pyramiden Bezug habenden Darftellungen zeigen nur zweirädrige Karren und Tragkörbe.