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Mathematische und physikalische Instrumente : (Gruppe XIV, Section 1 und 2) ; Bericht / von Ferdinand Lippich ...
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Mathematifche und allgemeine phyfikalifche Inftrumente.

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Normalgefäfs- Barometer, nach Fortin mit 10 Milimeter weiter Glasröhre in Pakfong gefafst, Mikrofkopeinftellung und Vorrichtung zum Verticalftellen. Ebenfolches, jedoch nur das Gefäfs aus Pakfong. Ferner Gefäfsbarometer, bei welchen nur auf das obere Niveau eingeftellt wird. Das Gefäfs ift fehr nahe cylindrifch und die Niveau- Aenderung im Gefäfse wird durch eine einfache Formel in Rechnung gebracht. Die Werthe der Conftanten find auf jedem Inftrumente angegeben. Diefe Barometer werden von der k. k. meteorologifchen Centralanftalt als Stationsbarometer verwendet.

Endlich ein grofses Normalgefäfs- Barometer, mit Vorrichtung zum Vertical ftellen. Das ganze Barometer ift in einen Glaskaften eingefchloffen. Die Ein ftellung gefchieht mittelft Mikrofkope und die verfchiebbare Scala, in halbe Millimeter getheilt, geftattet mit Nonius noch o'or Millimeter abzulefen.

In Deutfchland hatte Geifsler in Bonn leider feine Barometer nicht ausgeftellt. In Frankreich fahen wir bei Dutrou in Paris ein fchönes Barometer nach Fortin mit Ablefung auf 150 Millimeter, defsgleichen ein Heberbarometer, in der Schweiz von Herrman und Pfifter in Bern ein Stations Gefäfsbaro­meter nach Fortin und ein Reife- Heberbarometer, ferner ein grofses Stations­Gefäfsbarometer nach Fortin. Aus Spanien, brachte Arce in Madrid ein Normal­Gefäfsbarometer, das leider für eine nähere Befichtigung fehr ungünftig aufgeftellt war. Das Glasrohr ftan d zwifchen zwei maffiven prismatifchen Meffingfäulen, die das Gefäfs trugen; an einer diefer Säulen war der Nonius fammt Einftellungs­loupe mittelft Trieb verfchiebbar und das Inftrument konnte vertical geftellt werden. In dem Deckel des fonft gefchloffenen Gefäffes war ein Hahn angebracht, vielleicht auch dazu dienend, um durch Abfperren desfelben während der oberen Einftellung von den Aenderungen des Luftdruckes unabhängig zu fein. Die mechanifche Durchführung wie die Ausftattung war an diefem Inftrumente eine meifterhafte. Aehnlich gebaut war ein von Pillifcher in London verfertigtes Gefäfsbarometer in Pakfong montirt. Die beiden prismatifchen Säulen waren mit zwei Scalen für Ablefung nach Millimeter und englifchen Linien verfehen. Vecchi in Parma brachte( wenn wir nicht irren) ein Barometer Fortin; ebenfo Edelberg in Charkow; zum Einftellen auf die Queckfilber- Kuppe waren in den Oeffnungen der verfchiebbaren Hülfe zwei parallele feine Metallfäden ausgefpannt. An einem fchönen Normal- Heberbarometer desfelben Mechanikers ging die Ablefung bis auf 1/50 Millimeter und die Einftellung gefchah mit Mikrofkopen; das Rohr war in Holz montirt und mit Aufhängevorrichtung verfehen.

Von der grofsen Zahl der Dofenbarometer intereffen zumeift jene, die eine gröfsere Genauigkeit anftreben und namentlich als Höhenmafs- oder Schiffs­und Reifebarometer Verwendung finden follen. Ueber die Eignung der Dofen­barometer zu diefen Zwecken wird gegenwärtig noch viel geftritten. In der Complicirtheit des Mechanismus, durch welchen die äufserft kleinen Bewegungen der luftleeren Kapfel vergröfsert und fichtbar werden, liegt wohl zumeift der Grund, wefshalb die Angaben der Aneroide je nach Umständen und Behandlungs­art bald als brauchbar, bald als zu unficher bezeichnet werden. Es war daher ein bememerkenswerthes Beftreben, als Goldfchmid in Zürich daran ging, Aneroide mit möglichft einfachem Mechanismus zu conftruiren. Seine Aus­ftellung mag daher auch etwas eingehender befprochen werden. Der Grund gedanke, welcher zur Ausführung gekommen ift, befteht der Hauptfache nach darin, die Bewegung der Kapfel gar nicht oder nur wenig zu vergrössern und mikrometrifch mit Hilfe einer Schraube zu meffen; die Einrichtung welche diefes leiftet, ift folgende:

Die Aneroidkapfel ift mittelft eines kurzen Stieles in der Mitte der unteren Fläche an der Bodenfläche einer fie umgebenden Dose befeftigt. Durch die Mitte des Deckels diefer Dofe hindurch geht eine Mikrometerfchraube, deren Spitze gegen die obere Fläche der Aneroidkapfel gerichtet ift. Von der Mitte diefer Fläche ausgehend ift radial ein Arm befeftigt, der am Ende eine