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Mathematische und physikalische Instrumente : (Gruppe XIV, Section 1 und 2) ; Bericht / von Ferdinand Lippich ...
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Dr. W. Tinter.

Weiter fanden wir noch ein kleines, mit dem Namen Theodolith bezeich­netes Inftrument, mit einem Fernrohre zum Durchfchlagen, welches O'145 Meter Brennweite und eine Objectivöffnung von 20 Millimeter hat. Der Kreis von 0 130 Meter Durchmeffer ift von 30 bis 30 Minuten getheilt und kann mittelft des Nonius bis auf eine Bogenminute abgelefen werden. Zum Horizontalftellen dient eine Dofenlibelle, welche von Seite des Mechanikers fenkrecht zur verticalen Umdrehungsachfe geftellt wird.

Der von C. Lüttich in Berlin ausgeftellte Repetitionstheodolith hat einen Horizontalkreis von 0 211 Meter und einen Höhenkreis von 0.132 Meter Durchmeffer. Das Fernrohr ift zum Durchfchlagen eingerichtet und mit einer feften Libelle verfehen.

England. Von der Firma Cooke& fons war ein kleiner Repetitions­theodolith nach der Conftruction von Troughton ausgeftellt. Sowohl Horizontal­als auch Verticalkreis hat o.132 Meter Diameter mit directer Theilung von 20 bis 20 Minuten, welche mit Hilfe des Nonius bis auf 30 Secunden gelefen werden kann. Zum Ablefen dienen drei um 120 Grad von einander abftehende Nonien.

Die Theilungen find von beiden Kreifen auf die Stirnflächen aufgetragen und um bei dem Ablefen genügend Licht auf die Theilungen bringen zu können, find in die Lupen Prismen, beziehungsweife Spiegel, eingefetzt, welche Lupen bei jeder Stellung der Alhidade fo gedreht werden können, dafs das auf das Prisma oder den Spiegel fallende Licht nach der Stelle des Kreifes, an welcher man ablefen will, reflectirt wird. Eine mit der Alhidade verbundene Libelle dient zum Horizontalftellen des Inftrumentes; eine Alhidadenlibelle des Höhenkreifes zur Meffung der Verticalwinkel. Das Fernrohr ift durchfchlagbar und fo einge­richtet, dafs das Einftellen des Bildes des Gegenftandes in die Fadenkreuz- Ebene durch Verfchieben der das Objectiv tragenden Röhre gefchieht. Mit dem in der Mitte zu einem Würfel geformten Theile der Objectivröhre ift die Bouffole

verbunden.

Auf das Stativ, welches uns befonders vortheilhaft erfcheint, kommen wir bei dem englifchen Nivellir- Inftrumente zu fprechen.

Italien. Von der Firma Allemano Jofeph in Turin waren vier Theodolithe ausgeftellt, und zwar alle zum Repetiren eingerichtet. Wir wollen hier nur des einen ausführlicher gedenken, da die anderen nach bekannten, gerade nicht mehr ganz neuen Conftructionen ausgeführt find,

Der Horizontalkreis hat o 150 Meter Durchmeffer. Der Aufbau des Ober­theiles felbft ift ziemlich hoch. Auf dem Alhidadenkreife erhebt fich centrifch eine verticale Säule, welche an ihrem oberen Ende einen fenkrecht mit ihr ver­bundenen Arm trägt. Das eine Ende desfelben hat einen ftarken horizontalen Sägefchnitt, welcher durch drei Schrauben, wovon zwei auf Zug und eine auf Druck wirkt, erweitert oder verengt werden kann; dadurch wird es möglich, die an diefem Ende in einem entſprechenden Stücke eingelagerte horizontale Drehachfe zu heben oder zu fenken, fie demnach zur horizontalen Umdrehungsebene des Inftrumentes parallel zu ftellen; diefe horizontale Drehachfe trägt das excentrifch angebrachte Fernrohr von o 316 Meter Brennweite und 26 Millimeter Oeffnung; an dem zweiten Ende des früher genannten horizontalen Armes ift das zur Aequi­librirung des excentrifchen Aufbaues des Fernrohres nöthige Gegengewicht angebracht.

O efterreich. G. Starke's Theodolithe. Für geodätifche Zwecke waren von der Firma Starke& Kammerer zwei Theodolithe ausgeftellt.

Der Theodolith für Landesvermeffungen hat einen 1ozölligen Horizontal­und einen 8zölligen Verticalkreis, wovon jeder mit Hilfe von zwei diametral ftehenden Schraubenmikrofkopen bis auf eine Bogenfecunde abgelefen werden