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Dr. W. Tinter.
Näheres über diefe Conftruction, fo wie das Bild derfelben findet man: Die aftronomifch- geodätifchen Arbeiten des k. k. militär- geographifchen Inftitutes in Wien. I. Band. 1871.
Für kleinere Triangulirungen wurde der in der Fig. 14 dargestellte Repetitionstheodolith von G. Starke gebaut. Fift der auf den drei Fufsfchrauben S ruhende Dreifufs mit der verticalen Säule s, welche die beiden verticalen Drehungsachfen für den Kreis und für die Alhidade aufnimmt. Der Horizontalkreis Hz fowohl, als die Alhidade a ift mit der bezüglichen verticalen Drehachfe fenkrecht verbunden. In den beiden auf a vom Centrum aus aufgebauten Lagerſtützen LL' ruht das Fernrohr mit feiner horizontalen Drehachfe A in entſprechenden Lagern. Mit a und L L' find die Träger tt' der beiden Mikrofkope Mh M'n verbunden, welch letztere geftatten, die directe Theilung von 10 Minuten des Horizontalkreifes von 0 158 Meter Durchmeffer bis auf 2 Secunden direct abzulefen. Das Mittel der Lefungen an den beiden Mikrofkopen gibt auch hier wieder fofort die vom Excentricitätsfehler der Alhidade freie Lefung. Mit dem Nonius n kann die Theilung bis auf 10 Minuten gelefen werden; die Lupe 7 erleichtert diefes. Das Fernrohr o O ift durchfchlagbar, hat 33 Millimeter Oeffnung, 0.369 Meter Brennweite und geftattet eine 25malige Vergröfserung.
L₁ ift die entſprechend empfindliche Auffatzlibelle. Der Verticalkreis hat 79 Millimeter Durchmeffer und kann mittelft des an N angebrachten Nonius bis auf eine Bogenminute gelefen werden. Die Klemmung gefchieht immer vom Centrum aus; Kk ift die Klemme des Horizontalkreifes, Ka jene der Alhidade und K, jene des Verticalkreifes; die bezüglichen Mikrometerfchrauben find Mk, Ma und Mv; die diefen Schrauben entgegenwirkenden fchraubenförmig gewundenen Federn find in den Gehäufen g g' g". Die Lagerftütze L ift durch einen ftarken Sägefchnitt gefpalten; durch die Schraube σ können die federnden Theile genähert oder entfernt werden, wodurch das Ende A entſprechend gehoben oder gefenkt wird. In der öfterreichifchen Abtheilung fanden wir noch bei Schablafs& Sohn und bei Hammermüller den Theodolithen, wenngleich in kleinen Dimenfionen, fo doch in recht forgfältiger Ausführung.
Die Schweiz. Die durch ihre trefflichen Leiftungen bekannte Firma J. Kern in Aarau hatte zwei Bautheodolithe und einen Repetitionsthedolithen ausgeftellt.
a) Der kleine Bautheodolith ift mittelft vier Stellfchrauben zum Horizontalftellen eingerichtet, hat ein umlegbares mit einem Fadendiftanz- Meffer verfehenes Fernrohr von 28 Millimeter Oeffnung und 0'260 Meter Brennweite. Sowohl der Horizontalkreis von O'IIO Meter Durchmeffer als auch der Höhenbogen von 0.070 Meter Radius kann bis auf eine Minute gelefen werden.
Das aftronomifche Ocular geftattet eine 28malige Vergröfserung.
b) Der grofse Bautheodolith ruht auf drei Stellfchrauben, fordert demnach zur Aufftellung ein Tellerftativ. Das umlegbare mit einem FadendiftanzMeffer verfehene Fernrohr hat 35 Millimeter Oeffnung und o 340 Meter Brennweite. Der Horizontalkreis von o 150 Meter Diameter kann mit Nonien bis auf 30 Secunden, der Höhenbogen bis auf diefelbe Genauigkeit direct gelefen werden. Das aftronomifche Ocular geftattet eine 36- malige Vergröfserung.
c) Der Repetitionstheodolith hat ein Fernrohr zum Durchfchlagen
von 28 Millimeter Oeffnung und 0'240 Meter Brennweite.
Das aftronomifche Ocular geftattet eine 25malige Vergröfserung. Das Fernrohr trägt Ringe für eine empfindliche Auffatzlibelle, welche 10 Secunden auf I partes gibt. Der Horizontalkreis hat o 158 Meter Diameter, kann mittelft Nonien bis auf 10 Secunden, der Höhenkreis von 0.105 Meter Durchmeffer bis auf 30 Secunden direct gelefen werden.
Wir würden diefe drei von Kern ausgeftellten Inftrumente zu den Univerfal- Nivellirinftrumenten rechnen.