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Die Telegraphen-Apparate : (Gruppe 14, Section 2) ; Bericht / von Leander Ditscheiner
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Telegraphen- Apparate.

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der Spulen des Relais à coup de fouet BB. Endlich fteht eine Localbatterie p mit ihrem pofitiven Pol in Verbindung mit der Spitze X. Unter dem Einfluffe diefer Batterie wird das Relais à coup de fouet in Bewegung gefetzt. Auf der felben Station( Paris) ift ein dem vorhergenannten ganz ähnlicher Apparat auf­geftellt, beftehend aus dem Translationsrelais A1 A1, demRelais à coup de fouet B1 B1 und einem Sprechapparat M1. Der von Marfeille kommende Draht ift am fixen Magnet K1 befeftigt, der auch hier für beide Relais gemeinfchaftlich ift. Eine Batterie Pi deren pofitiver Pol mit dem Drahte der Spule von M1 in Ver­bindung fteht, liefert einen Strom in die Linie nach Marfeille. Die Localbatterie p1 fetzt auch das Relais à coup de fouet B1 B1 in Thätigkeit. In beiden Syftemen des Relais find die gleichwirkenden Theile mit gleichen Buchstaben in dem einen ohne, in dem andern mit einem oben angehängten Strichzeichen. Die leitende Verbindung diefer Relais unter einander ift folgende: Ein Draht F verbindet die Schraube 7 des Relais AA des erften Syftems bleibend mit dem über die Spulen des Translationsrelais A1 A1 des weiten Syftems gehenden Drahte, während ein Draht F1 die Schraube 7" des Relais A1 A1 mit dem Umwindungsdrahte der Spulen von AA leitend verbindet. Kommt nun ein Strom etwa von Marſeille, fo tritt er in Paris bei dem Magnete K1 ein, geht durch den Anker Z1 in die Schraube T1, durchfliefst den Draht des Translationsrelais A A, nachdem er durch F1 gefloffen ift, und kommt von AA in die Erde. Unter der Einwirkung diefes Stromes verläfst der Anker L die Schraube T und legt sich an jene V an und fchliefst damit den Stromkreis der Batterie P. Diefer Strom geht dann durch V, den Anker Z und den Magnet K in der Richtung nach London und gibt dort das Signal; aber der Strom der Batterie P durchfliefst dabei nothwendigerweife den Sprechapparat M, der Anker desfelben wird angezogen während deffen anderes Ende die Spitze Y verläfst und fich an die Spitze X legt, wodurch fich der Stromkreis der Localbatterie> fchliefst, welcher Strom durch die Spulen B B des Relais à coup de fouet geht. Unter dem Einfluffe diefes Stromfchluffes bewegt fich aber der Anker R diefes Relais nicht; diefer lehnt fich im Gegentheile nur noch fefter an die Schraube O, gegen welche er ohnehin fchon gedrückt war. In dem Momente, wo der Strom in Marfeille unterbrochen wird, geht der Anker Lauch zurück zur Schraube Tund unterbricht den Strom der Batterie P. Ebenfo zieht die Spiralfeder U den Anker N des Sprechapparates M gegen die Spitze Y und unterbricht den Localbatterie- Strom; dadurch aber wird der Anker R rafch eine Bewegung gegen die Schraube S ausführen, und entladet fo die Linie nach London, indem fie den von diefer Linie kommenden Rückftrom in die Erde leitet. Die Schraube S fteht nämlich in fefter Verbindung mit der Erde und ver­hindert fo den Rückftrom, durch Küber E nach F, in die Spulen von A1 A1 des Translationsrelais zu kommen und dort Störungen hervorzurufen. Darauf kehrt der Anker R fogleich wieder zur Schraube O zurück. Hierauf ift in der Station Paris wieder Alles bereit, ein neues Signal von Marfeille nach London zu über­tragen. Wenn die Uebertragung in entgegengefetzter Richtung, das ist von London nach Marfeille ftattfinden foll, fo ift das Spiel der Apparate dasfelbe, nur find es jene des zweiten Syftems, welche in Bewegung kommen. Die Sprech­Apparate haben hauptfächlich die Aufgabe, durch den Lärm, welchen fie machen den richtigen Gang der Relais anzuzeigen, deren Bewegungen zu klein find, um durch das Anfchlagen ihrer Anker gehört werden zu können. Es gibt diefs ein gutes Mittel der Controle, welches man nicht leicht weglaffen kann. Sie dienen auch dazu den Strom der Localbatterie zu fchliefsen, welcher durch die Relais à coup de fouet die Entladung der Linien einleitet. Diefe letzteren Relais hätten übrigens leicht durch die Ströme der Batterie P und in Thätigkeit gefetzt werden können, aber es hat fich gezeigt, dafs es vortheihafter ift die Local­batterie beizubehalten, da eine genügend rafche und kräftige Bewegung des Ankers der Entladungrelais BB und B1B1 nur durch genügend kräftige diefe Relais durch. fliefsende Ströme herbeigeführt wird. Die Linienftröme der Batterie P und P' haben

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