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Heereswesen : (Gruppe XVI) ; Heeresbekleidungs- und Ausrüstungswesen ; (Gruppe XVI, Section 1, a) ; Bericht ; Das Heeres-Verpflegungswesen : (Gruppe XVI, Section 1, b) ; Bericht / von Carl Mayer, k.k. Hauptmann des Monturdepot Nr. 4 ; von Alexander Poppović, k.k. Militär-Unter-Intendant
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Alexander Poppović.

als die Benützung der Strohfäcke, namentlich in den weftlichen Ländern der Monarchie, wo in Folge der Abforbirung grofser Flächen für den Zuckerrüben­Anbau und Verwendung des Häckerlings zum Futter das Stroh weniger zu Markte gelangt und immer höher im Preife fteigt.

Zu einer approximativen Rentabilitätsberechnung für die Verwendung der Drahtmatratzen im Militär- Bettenbelege liegen die Factoren zur Hand.

In dem öfterreichifchen Heeresvoranfchlage pro 1872 find für 10.600 Kran­kenbetten 44.732 fl. für Bettenftroh präliminirt, daher für die mit Matratzen ver­fehenen zehn Percent( 1060 Betten) 4473 fl. entfallen und nach einem in der Aus­ftellung neben dem Ausftellungsobject gezeigten Preiscourant koftet eine elaftifche Drahtmatratze mit Garantie für zehn Jahre 18 fl.

Angenommen, aber nicht zugegeben, dafs der Betteinfatz nicht weiter als die garantirten zehn Jahre dient, fo ftellt fich die Rentabilitäts- Berechnung, wie folgt, heraus:

Das Bettenftroh koftet für 1060 Betten auf zehn Jahre. 44.730 fl.

Die Geftehungskoften eines Strohfackes betragen I fl. 90 kr. und die jährliche Abnützung wird normal­mässig mit 38 Percent gerechnet, daher für 1060.10 Jahren 10.600 Strohfäcke. I fl. 90 kr.=

-

20.140 fl.;

die 38 Percent

Dagegen:

für 1060 Drahtmatratzen à 18 fl..

an Capitalsanlage 6 Percent

7653

"

Summa 52.383 fl.

19.080 fl. II44"

Summa 20.224 fl.

Sonach bietet die Benützung der Drahtmatratzen bei

1060 Krankenbetten in zehn Jahren einen Vortheil

von

oder per Bett und pro Jahr 3 fl. 3 kr.

32.159 fl.

Ein ähnlicher Vortheil, wenn auch nicht fo hoch, wird bei den Officiers­betten und den Betten in den Marodehäufern fich herausftellen müffen.

Die weiteren Vortheile bei Benützung der Drahtmatratzen find die Erfpar­nifs des Wafchens und die Ausbefferung der Strohfäcke, dann dafs fie leicht vom Staub und Ungeziefer geputzt werden können, dafs die koftfpieligen dicken Rofs­haarmatratzen aufgelaffen und durch billigere, eventuell mit gekrämpelter Schaf wolle oder auch Seegras gefüllte erfetzt werden können.

Da die Militärverwaltung folche Matratzen bereits in Erprobung genommen hat, fo dürfte fie fich bei den evidenten Vortheilen auch bald entfchliefsen, die­felben definitiv einzuführen, wenn vom ärztlichen Standpunkte keine Einwendung dagegen erhoben wird.

Dampf- Wafchanftalten. Die Militär- Bettwäfche wird gewöhnlich aufser den Bettenmagazinen gewafchen, wobei abgefehen, ob gut oder fchlecht, theuer oder billig, Factoren im Koftenpunkte enthalten find, welche zu Gunften der eigenen Regie fprechen; fie find das Erfparnifs des Fuhrlohnes in die und aus der Wäfche und des bürgerlichen Gewinnes.

Nebft diefen Factoren mufs auch der Ueberwachung gedacht werden, welche bei entfernten Wäfchereien vom Amte nicht leicht durchführbar ift. Um von folchen Verhältniffen ein Beiſpiel zu geben, wird bemerkt, dafs die Wiener Militär- Bettwäfche in Schwechat gewafchen und die Wollforten in Pottendorf gewalkt werden.