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Allgemeine Bewaffung und Artilleriewesen : (Gruppe XVI, Section 2) ; Bericht / von Gustav Semrad u. Johann Sterbenz
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Allgemeine Bewaffnung und Artilleriewefen.

33 mit vier Löchern durchbohrt ift. Die an demfelben befeftigte Kolbenstange i aus Gufsftahl tritt durch den Cylinderdeckel, in welchen fie durch eine mittelft der mit Gewinden verfehenen broncenen Stopfbüchfe k anziehbaren Hanf­packung verdichtet ift, in den Cylinder, und wird vorne durch zwei Muttern mit dem Kolbenstangen- Lager/ verbunden, welches am vorderen Ende des Bodenbleches des Raperts angefchraubt ift.

Die Wirkungsweife der hydraulifchen Bremfe ift folgende:

Der Cylinder ift bis auf ein gewiffes, darin verbleibendes Luftquantum mit Glycerin gefüllt, welchem vor Waffer defshalb der Vorzug gegeben wurde, weil es weder dem Gefrieren, noch dem Verdunften ausgefetzt ift. Beim Rücklauf drückt der Rapert mittelft des Kolbenftangen- Lagers und der Kolbenftange den Kolben, welcher vorn dicht hinter dem Cylinderdeckel fteht, tiefer in den Cylin­der hinein, fo dafs fich die ausweichende Flüffigkeit mit grofser Gefchwindigkeit durch die Löcher des Kolbens preffen mufs. Hiedurch wird allmälig der Rapert zum Stehen gebracht. Der beim Beginn des Rücklaufes die wirkenden Theile treffende Stofs wird durch die gleichfam als elaftifches Kiffen dienende Luft des Cylinders wefentlich gemildert. Da der Widerftand der Flüffigkeit bei geringer Gefchwindigkeit des Kolbens fehr klein ift, fo fetzt die hydraulifche Bremfe dem langfam erfolgenden Vorlaufen kein Hindernifs entgegen.

Der Rahmen befteht im Wefentlichen aus zwei Rahmenbalken, die aus Blech- und Winkeleifen mit vorderer und hinterer Querverbindung hergeſtellt find; er ruht auf zwei Paar gufsftählernen Rollenrädern, deren Achfen in ftarken fchmiedeifernen Lagern befeftigt find.

Die Lauffläche der hinteren Rollräder ift mit einer Anzahl radialer Einboh­rungen verfehen, in welche Handfpeichen eingefteckt werden können, um die Rollen zu drehen und dadurch Seitenrichtung zu nehmen.

Zum Zurückbringen( oder Einholen) des Raperts dient die Tauwinde. Diefelbe befteht aus einer Kneiffcheibe q( Fig. 8), in deren V- förmigem Rande

Fig. 8.

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fich das Windetau feftklemmt, und welche durch eine Kurbel mittelft Zahnrad und Getriebe in Umdrehung verfetzt werden kann. Bei fehr fchweren Gefchützen ift zwifchen Kurbel und Kneiffcheibe ein doppeltes Zahnradvorgelege vorhanden. Alle diefe Theile find an einem Lagerarm r angebracht, der unten mit einem Zapfen in das entfprechend geftaltete Loch des am hinteren Ende der Rahmen­balken an jeder Seite befindlichen Windekaftens s eingefteckt werden. kann. Zum Einholen wird an jeder Seite das eine Ende des Windetaues mit einem Haken in das Seitenauge der Raperts eingehängt und das andere um die

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