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Allgemeine Bewaffung und Artilleriewesen : (Gruppe XVI, Section 2) ; Bericht / von Gustav Semrad u. Johann Sterbenz
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Die Unter­fuchung des Rohres nach

Beendigung des Verfuches ergab mit Aus­nahme einiger

leichten Aus­

brennungen

am

oberen

Theile des Ge­fchofslagers, die jedoch für die fernere Brauchbarkeit des Rohres von keiner Be­deutung wa­ren, keinerlei Befchädigun­

gen.

Für, fämmt­liche aus dem Rohreabgege­bene Schüffe hat blofs ein Verfchlufsap­parat gedient,

Guftav Semrad und Johann Sterbenz

Fig. 10.

welcher ftets in fehr befriedigender Weife functionirt hatte; ebenfo war blofs ein Abfchlufsring benützt worden, der nie verfagte.

Auch die Laffe te hatte fich während der ganzen Verfuchsperiode fehr gut bewährt.

Der Rücklauf der Laffete auf dem unter ge­neigten Rahmen beträgt ungefähr 15 Meter bei der Maximalladung von 60 Kilogramm. Der Cylinder der hydraulifchen Bremfe wurde mit 70 Liter Glycerin gefüllt; derfelbe fafst im Maximum 74 Liter.

Aus Vorftehendem erhellt, dafs das 302- Cen­timeter- Gefchütz, foweit die bisherigen Verfuche eine Beurtheilung zulaffen, vollkommen entfprochen hat; die eigentliche Leiftungsfähigkeit und Verwend­barkeit desfelben wird erft nach den in Ausficht genommenen, weiteren Verfuchen zur Erprobung der Tragweite und Schufsrichtigkeit conftatirt wer­den können.

Das der 302- Centimeter- Kanone an Kaliber am nächften kommende Object der Krupp'fchen Ex­pofition war die 28- Centimeter- Hinterladungs­Haubitze,( Mörfer) das gröfste der bis jetzt exi­ftirenden Gefchütze diefer Art. Die Figur 10 ver­anfchaulicht diefe Haubitze in der Aufftellung auf dem Rahmen.*

* Durch die Copiatur der betreffenden Zeichnung mittelft Photographie gefchah es, das das auf diefem Wege erhaltene pofitive Bild dem Xylographen ausgefolgt wurde, welcher nu