Allgemeine Bewaffnung und Artillerieweien.
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befitzt den einfachen prismatifchen Keilverfchlufs mit BroadwellMechanismus nebft ftählernem Liderungsringe und wiegt 430 Kilogramm.
Die Bohrung ift mit 12 Keilzügen verfehen, deren Drallwinkel an der Führungsfeite 4 Grad 36 Minuten beträgt. Eine Schufsladung von o'84 Kilogramm ertheilt dem 5.6 Kilogramm fchweren Gefchoffe 396 Meter Anfangsgefchwindigkeit.
Die fünfzigpercentigen Trefferrechtecke erfordern:
auf 500 Meter 02 Meter Seite und 0'2 Meter Höhe.
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Die aus den Werkstätten von Johann Jacob Rieter& Comp. in Winterthur hervorgegangene eifenblecherne Laffe te ift der bekannten fchweizerifchen 10- Centimeter Feldlaffete nachgebildet, und wiegt für fich allein ungefähr 450 Kilogramm; das Totalgewicht des Gefchützes, einfchliefsig einer Ausrüftung von 40 Schufs und fünf fahrenden Bedienungskanonieren, beläuft fich auf circa 1700 Kilogramm, welche Laft auf fechs Pferde vertheilt wird. Der Laffetenwinkel beträgt 22 Grad, die Lagerhöhe 1115 Meter. Die Richtmafchine, welche aus einer verticalen Stahlfchraube mit zwei conifchen Rädern befteht, geftattet 19 Grad Elevation und 6 Grad Depreffion. Der Hohlgefchofs- Percuffionszünder zeigte eine originelle Einrichtung der Mundloch- Schraube. Letztere iſt aus Meffing erzeugt und befitzt zwei conifche, ungleich grofse, mit einander communicirende Aushöhlungen, welche ihre kleineren Oeffnungen nach abwärts kehren. Die mit vier federnden Stahlplättchen adjuftirte, im oberen Conus eingeſetzte Zündpille gelangt beim Schuffe vermöge der Trägheit der Materie in die untere gröfserere Aushöhlung, wo fie durch die Plättchen beim Gefchofsauffchlage am ringförmigen Abfatz der beiden Conuffe feftgehalten und von der Spitze des vorgefchnellten Schlägers getroffen wird.
Unter der vorgelegenen Munition, deren Herftellung in ganz vorzüglicher Qualität die Firma Sulzer in Winterthur beforgt, waren die neuen Feldfhrapnels beachtenswerth, welche aus einem fchmiedeeifernen, mit dünnem Bleimantel verfehenen cylindrifchen Gefchofs- Führungstheil beftanden, der an der ogivalen Gufseifen- Spitze feftgenietet, im gufseifernen Boden des Projectils aber eingefchraubt war. Dem Principe nach mit diefer Conftruction verwandte Shrapnels find auch in Oefterreich verfucht worden. Die hauptfächlichften Daten der exhibirten Artilleriemunitions- Sorten läfst die auf Seite 86 folgende Tabelle erfehen.
Der Caiffon war nach englifchem Syftem conftruirt, hatte ein fchmiedeeifernes Geftell mit aufgefetztem hölzernem Kaften, hölzerne Räder von 144 Meter Durchmeffer, gleich der Laffete und auch die nämliche Aufprotzvorrichtung: Protzring und Protzhaken englifchen Syftems. Die Geleisweite beträgt bei Laffete und Caiffon 1365 Meter. Als Bremsvorrichtung befitzen beide Fuhrwerke den Radfchuh. Der ungepackte Wagen wiegt 925 Kilogramm.
auch der vom
Bei Befprechung des fchweizerifchen Artillerie- Materiales müffen wir Militär Departement vorgelegten Ordonnanz- Zeichnungen erwähnen, deren genaue und forgfältige Ausführung allgemein anerkannt wurde.
Das fchweizerifche Militärdepartement hatte ferner ein completes Artillerie- Stangen- Zuggefchirr und ein Artillerie Reitzeug aus
geftellt.
Das Zuggefchirr. Die Gefchirr halfter des Sattelpferdes gleicht in allen Theilen der in der öfterreichifchen Artillerie eingeführten; das Stangengebifs hat gerade Unterbäume. Die Gefchirrhalfter des Handpferdes ift mit dem Trenfengebifs verfehen, und find deffen Augen durch eine