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Allgemeine Bewaffung und Artilleriewesen : (Gruppe XVI, Section 2) ; Bericht / von Gustav Semrad u. Johann Sterbenz
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Allgemeine Bewaffnung und Artilleriewefen.

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Mittel zu ihrer Herftellung bedingen, während gufseiferne Rohre denn doch keine genügende Sicherheit gegen das Zerfpringen bieten. Von diefem Standpunkte aus erfcheint demnach jeder Verfuch, welcher eine Verbefferung der Bronce bezweckt, fehr beachtenswerth.

Die Zufammenfetzung der aus 100 Theilen Kupfer und II Theilen Zinn legirten Bronce von Laveiffiere ift nach den von L'hôte bewirkten Analyfen folgende:

Cu

89.47

Sn

9.78

Zn

0.66

Pb

0.09

100 Theile

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Die ausgeftellte Bronce zeigte bei allen Stücken, und es waren deren fowohl vom Bodentheile als auch vom Maffelot vorhanden, an den Bruch­flächen ein überraschend homogenes, metallifches Ausfehen mit körniger Ober­fläche. Die ftark aufgeworfenen Bruchränder liefsen auf einen gewiffen Grad von Hämmerbarkeit fchliefsen, welcher nur oxydfreien Legirungen eigen ift.

An den Bruchftellen waren jene feinen Riffe bemerkbar, welche von grofser Zähigkeit fprechen. Der Homogenität und Reinheit der Laveiffiere'fchen Bronce entfprechend, übertrifft diefelbe auch die Bronce von Bourges und die Phos­phorbronce an abfoluter Feftigkeit und Elafticität.*

Ueber die Conftruction des Rohres, welches in den Werkstätten der Lyoner Eifenbahn in Bercy bei Paris abgedreht, gebohrt und appretirt wurde, können wir ohne Weiteres hinweggehen, nachdem dasfelbe dem bekannten Reffyegefchütz conform ift.

Die Laffete, von Herrn Durenne, Mafchinen- Fabrikanten in Courbevoie( Seine), geliefert und ausgeftellt, ift ganz aus Eifenblech erzeugt; die auf die Angufsweite des Gefchützes auseinander geftellten, mit Winkeleifen ein­gefafsten Wände laufen bis hinter den Maſchinenriegel parallel und vereinigen fich dann in dem fchmalen Protzftocke, der auf beiden Seitenflächen mit ftarken Blechen belegt ift. Auf der eifernen Achfe find gepolfterte Achskäften mit Rück­lehnen zum Sitzen für je einen Mann angebracht; während aber bei den Artillerien, welche diefe Einrichtung bisher adoptirt haben, der Mann von rückwärts auf­fitzt, und beim Fahren das Geficht gegen den Rohrkopf gewendet hat, fteigt er hier zwifchen Vorder- und Hinterrad auf, und fieht gegen die Protze, eine Ein­richtung, gegen die fich Manches einwenden läfst.

Die Richtmafchine ift fehr primitiver Art; eine einfache Schraubenfpindel mit Richtkreuz läuft in einer Mutter, welche in einer an die Laffetenwände befeftig­ten eifernen Traverſe eingelaffen ift. Am Protzftocke befinden fich die gewöhn­

* Dem oben erwähnten Berichte zufolge ergab fich aus den bei der vergleichsweifen Beurtheilung ermittelten Verfuchsdaten, wenn B die gewöhnliche, P die Phosphorbronce und L jene von Laveiffiere bedeutet, dafs:

1. die Elafticitätsmodule für die drei Broncegattungen B, P und L in dem Verhältniffe von 1'00: 1'09: 1'20 ftehen;

2. die Broncegattungen B und P die gleiche Elafticitätsgrenze befitzen, und dafs die Gat­tung Z diefen Werth um nahezu ein Viertel übertrifft;

3. die der Elafticitätsgrenze entſprechenden Verlängerungen im Verhältniffe wie 100: 1'04: 0'96 ftehen, fomit einander nahezu gleich find, endlich

4. die Arbeiten, welche verrichtet werden mufsten, um fie an diefe Grenze zu bringen, im Verhaltnifs, wie 1'00: 1'06: 1'19 ftehen.

Die Vergleichung der Bruchcoëfficienten, welche wie folgt, waren:

B

Bruchbelaftung Bruchverlängerung Brucharbeit

ver

elt:

nde

P

L

I'OO

I.31 I'57

I'OO

1'29 4.85

I'OO

1'97

7'45

ergibt, dafs um einen Barren L- Bronce zu zerreifsen, 7'5 mal fo viel Arbeit verrichtet werden muſs, als bei der gewöhnlichen Bronce, während die P- Bronce die doppelte Arbeit verlangt.

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