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Genie- und Pionnierwesen : (Gruppe XVI, Section 3) ; Bericht ; Militär-Unterrichtswesen : (Gruppe XVI, Section 5) ; Bericht / von Moriz Brunner ; Johann Lauer ; Emerich Zinner
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Das Pionnierwefen.

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So haben fie vor Allem ftatt der kleinen und auf fo zweckmässige Weife theilbaren Brückenequipage, Brückenparks eingeführt, welche fich wohl auch in Halbe- und Viertelparks, aber nicht weiter mehr theilen laffen, und je einen folchen Park, deren fie fechs befitzen, einer Pontonierdivifion über­wiefen. Zwei weitere folche Parks werden noch nachgefchafft und jene für den Kaukafus follen mit fchwimmenden Unterlagen aus Kautfchukcylindern verfehen

werden.

Ein ruffifcher Kriegsbrücken- Park führt das Materiale für eine 100 ruffifche Klafter( Saženj) lange Kriegsbrücke, was genau der Leiftung von vier öfter­reichifchen Brückenequipagen oder 28 X 4= 112 Wiener Klafter Brücken­länge gleichkommt.

Der Pontonpark befteht aus 52 Brücken- Wagen und 9 anderen Fuhr­werken, wovon die erfteren mit fechs, die anderen mit vier Pferden befpannt find. Vierzig Brückenwagen führen Ponton- Vorder- und nur zwölf führen Ponton­Mittelftücke mit, welche Eintheilung bei Weitem nicht fo viele Combinationen mit dem Brückenmateriale in Bezug auf Herftellung von Brücken und namentlich von Ueberfetzungsgliedern zuläfst, als bei der öfterreichifchen Eintheilung, wo das Verhältnifs diefer Pontontheile wie 8: 6 befteht und daher die Zufammen­fetzung von mehrtheiligen Pontonen dem Bedarfe nach beliebig gefchehen kann Weiters führen fechs der Wagen je zwei, zufammen alfo zwölf Böcke mit. Für die normale, alfo zu der am meiften anwendbaren Brücke, ftehen daher 26 fchwimmende und 12 ftehende, zufammen alfo 38 Unterlagen per Park zur Verfügung, wogegen diefer Deckmateriale für 42 Felder, nämlich 210 Balken und 1050 Pfoften mitführt. Zugegeben, dafs diefer Ueberfchufs eine ganz angemeffene, in manchen Fällen auch ganz erwünſchte Referve bildet, fo drängt fich nebenbei doch auch die Frage auf, was dann wenn die Böcke nur zum Theile oder gar nicht eingebaut werden können, oder umgekehrt, wenn zur Bewältigung des Hinderniffes einzig und allein nur Böcke oder wenigftens ein Theil davon ein­gebaut werden können? In jedem diefer Fälle ftellt fich heraus, dafs das Deck­materiale ganz aufser Verhältnifs zu den Unterlagen und diefe unter fich gleich­falls nicht in einem folchen Verhältniffe ftehen, wodurch in allen Fällen die vollständige Ausnützung des Materiales ermöglicht würde.

Diefe geänderten Verhältniffe in der Eintheilung des Materiales, führten zu weiteren Mafsnahmen, die ebenfalls als keine glücklichen bezeichnet werden können; nämlich zu der Vermehrung des Materiales auf den Wagen, fomit auch zu einer anderen Einrichtung der Wagen felbft. Durch den erfteren Umftand kam mehr Deckmateriale auf einem Wagen zu liegen, als zu einem Brückenfelde gehört; dadurch wurde der Wagen nicht nur fchwerer, fondern auch die Beladung und Entladung der Wagen erfchwert, namentlich bei folchen Brücken­fchlägen, welche eine vorherige Schlichtung des Materiales auf einem Depôt­platze nicht erlauben, da die Vertheilung des Materiales auf den Wagen keine überfichtliche mehr ift.

Die complet beladenen ruffifchen Brückenwagen wiegen 42 Wiener Centner, daher fie ftatt mit vier, mit fechs Pferden befpannt werden müffen. Jene veränderte Verladeweife führte zu einem anderen Uebelftande zur Vermehrung der Wagengattungen, nämlich auf vier. Dafs diefs auf eine überfichtliche und rafche Verladung des Materiales wieder nur hemmend einwirken kann, ift wohl einleuchtend; umfomehr, wenn, wie es hier der Fall ift, z. B. auf den Wagen Nr. 3 alle Ruder, auf den Wagen Nr. 4 wieder alle Rudergabeln nebft allen Geländer­ftäben verladen find, während bei uns die Ruderrequifiten in allen Pontonen in entsprechender Zahl fo vertheilt und untergebracht find, dafs der Ponton, ins Waffer gefchafft, fogleich benützbar ift.

Diefe eigenthümliche Vertheilung der Materialien und Geräthe ift eben mit Urfache, dafs der ruffifche Brückenpark einer weiteren Theilung als der erwähnten, nicht mehr fähig ift.